Mittwoch, 18. November 2009

In Ungarn müssen sich Juden wieder fürchten

Das Interview mit Imre Kertész auf WELT ONLINE sorgt für Aufregung. Von der Rechten wird der Literaturnobelpreisträger scharf attackiert. Doch der Antisemitismus in Ungarn wächst besorgniserregend. Publizist Paul Lendvai erklärt, warum sogar "demokratische" Medien die Vernichtung linksliberaler Schriften fordern.

Mit seinem offenherzigen Interview hat der 80-jährige Literaturnobelpreisträger Imre Kertész – übrigens nicht zum ersten Mal – in das Wespennest des ungarischen Antisemitismus' gestochen. So wie seinerzeit Karl Kraus und Thomas Bernhard das österreichische Bürgertum mit ihrer radikalen Wortwahl schockiert hatten, so lösten seine sarkastischen Bemerkungen im rechten Lager einen Sturm der Entrüstung und selbst bei vielen Liberalen Kopfschütteln aus.

Der herausragende Literaturkritiker Sandor Radnoti zog mit dem Titel "Der Beleidigte" die Schlussfolgerung, Kertész sei mit seiner unbarmherzigen Satire schmerzlich, unmissverständlich und charakteristisch - ungarisch!

Es geht bei dem jüngsten Streit um Kertész nicht wirklich um seine abfälligen Bemerkungen über das Ungarn von heute. Der Schriftsteller, der alle seine Bücher auf Ungarisch schrieb, wurde vor dem 2002 zugesprochenen Nobelpreis in seinem Land kaum wahrgenommen. Da er sich in seinem großen "Roman eines Schicksallosen" und in anderen Werken in erster Linie mit der Erfahrung von Verfolgung und versuchter Vernichtung, mit den totalitären Ideologien beschäftigt hat, war der Nobelpreis nicht nur die Anerkennung der großen Literatur eines kleinen Volkes, sondern auch eine Ohrfeige für die Antisemiten.

Was nämlich Kertész (freilich nicht nur er) über die fehlende Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit Ungarns sagt, stimmt leider, wie auch sein Befund, dass die Lage sich in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich verschlechtert habe.

Jüngste Umfragen, veröffentlicht von der Soziologin Maria Vasarhelyi, enthüllen, dass zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung meinen, dass die Juden in der Geschäftswelt in Ungarn zu mächtig seien, sieben Prozent mehr als vor zwei Jahren. Bei der jungen Generation (zwischen 18 und 30 Jahren) beträgt dieser Prozentsatz "nur" 52 Prozent. Rund 40 Prozent der Erwachsenen glauben , dass den in Ungarn lebenden Juden die Interessen Israels wichtiger seien als jene ihres Heimatstaates; bei den Jungen fällt dieser Anteil auf 27 Prozent.

Trotzdem findet die Soziologin die Infizierung der jungen Generation durch antisemitische Vorurteile bedenklich. Offene Ausgrenzung der Juden vertreten 30 Prozent und verschiedene antisemitische Stereotypen 29 Prozent der befragten Jugendlichen.

Der außerordentlich hohe Prozentsatz der "ich weiß nicht" Antworten spiegelt nur die Tendenz zum Verbergen der Vorurteile. Wenn man auch die noch viel virulentere roma-feindlichen Meinungen in Betracht zieht, ist die Schlussfolgerung beklemmend: Nur jeder zehnte junge Ungar sei offen und tolerant; etwa 20 Prozent, wenn auch nicht vorurteilsfrei, identifizieren sich nicht mit offen rassistischen Meinungen.

Diese Zahlen bilden den Hintergrund zur besorgniserregenden Radikalisierung der politischen Atmosphäre in Ungarn. Zu der Serie von blutigen Anschlägen gegen Roma, zu dem Vormarsch der rechtsradikalen "Jobbik" Partei (15 Prozent bei den Europawahlen) und (trotz Verbot) zu den Aufmärschen ihrer paramilitärischen Ungarischen Garde in an die Nazi Zeit erinnernden Uniformen.

Die regierenden und zerstrittenen Sozialisten, die für die trostlose Wirtschaftslage in erster Linie verantwortlich sind, befinden sich vor den im April 2010 anstehenden Parlamentswahlen im freien Fall. Ihre Verbündeten, die linksliberalen Freien Demokraten (SzDSz), sind als politische Gruppe praktisch nicht existent.

Die einzige intakte politische Kraft ist die von dem ehemaligen Premierminister Viktor Orban geführte rechtskonservative national betonte Allianz, die Fidesz. Sie dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit die absolute, möglicherweise sogar die Zweidrittelmehrheit erringen. Mit dem sicheren Sieg in Reichweite verhält sich die Orban-Partei äußerst vorsichtig. Sie distanziert sich nicht offen von der berüchtigten Garde, noch von den extremen Thesen der Rechtsradikalen, weil sie die rechten Randgruppen nicht an die "Jobbik"-Partei verlieren will.

In einem bemerkenswerten Aufsatz betont der bedeutende ungarische Schriftsteller Ivan Sandor die Gefahr der verspäteten Distanzierung der Rechten von den Rechtsradikalen: Statt der "verschönten Scheinvergangenheit" müsse man deutlich aussprechen, dass vom Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie und nach dem schrecklichen Zwischenspiel der kurzweiligen "Räterepublik" 1919 mit rotem und anschließendem weißem Terror alle rechtsgerichteten ungarischen Regierungen den Weg zum verhängnisvollen Bündnis mit Hitler-Deutschland und damit auch zum ungarischen Holocaust geebnet haben.

Tragödie des Judentums ist Tragödie des Ungartums

Der ungarische Historiker György Ranki hat darauf hingewiesen, dass sich die Juden nirgendwo in Osteuropa mehr mit einer Nation identifiziert haben als in Ungarn. Deshalb war die Tragödie des Judentums auch eine Tragödie des Ungartums.

Drei Judengesetze(1938-1941) zerstörten die Existenz von Hunderttausenden Menschen, und nach dem Einmarsch der Deutschen am 19. März 1944 lief die "Endlösung" auf Hochtouren. Unter Aufsicht Adolf Eichmanns und seiner Schergen hat die ungarische Polizei in knapp sieben Wochen 437.402 Juden in 147 Zügen nach Auschwitz deportiert. Insgesamt 564.000 ungarische Juden wurden, zum Teil auf den Straßen von Budapest, umgebracht. Heute leben schätzungsweise nur noch 80.000 bis 100.000 Juden in Ungarn, überwiegend in Budapest.

Wie ist es dann möglich, dass in der Generation von 18 bis 30 Jahre nur vier Prozent wissen, was das Wort Holocaust bedeutet? Nur 13 Prozent können die Zahl der Opfer bemessen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass in dem heuer zum Abitur vorgeschriebenen "Historischen Atlas" die Schüler kein einziges Wort über die Judengesetze, den Holocaust und die Deportationen fanden.

Zugleich erscheinen jene Bücher ungehindert weiter, die 1944 den Hass gegen die Juden propagierten. Polizisten, die gegen verbotene rechtsradikale Demonstrationen auftreten, werden als "dreckige Juden" beschimpft. Eine Europaabgeordnete der rechtsradikalen "Jobbik"-Partei behauptet, dass die Juden, die weniger als ein Prozent der Bevölkerung ausmachen, Ungarn besetzten. Ungarn müsse daher vor dem Schicksal Palästinas gerettet werden.

"Jüdisches Großkapital"

Kürzlich wurde bekannt, dass der Fidesz-Abgeordnete und Bürgermeister der Stadt Edeleny, Oszkar Molnar, in Reden und Interviews behauptet hatte, dass das "jüdische Großkapital die ganze Welt und auch Ungarn übernehmen möchte, dass eine große jüdische Einwanderung zu erwarten sei und viele Kinder in Jerusalem deshalb bereits ungarisch lernen".

Er sagte auch, dass schwangere Roma-Frauen mit dem Gummihammer auf ihren Bauch schlügen und Medikamente einnehmen würden, um kranke Kinder zur Welt zu bringen und dadurch doppelte Kinderbeihilfe zu ergattern. Molnars Parteichef Viktor Orban fand solche Bemerkungen zwar "peinlich", lehnte aber die Forderung nach einem Ausschluss des Bürgermeisters aus der Fidesz-Fraktion ab.

Dieser Tage rief das Wochenblatt "Magyar Demokrata" (Ungarischer Demokrat) zur "Errichtung einer Kulturpolizei auf, bestehend aus drei- bis vierköpfigen Sonderkommandos auf". Diese sollen die Bücher "linksliberaler Landesverräter" (György Spiro, György Konrad, Peter Esterhazy und Peter Nadas) aus den Bibliotheken entwenden und, wenn dies nicht möglich ist, die Blätter zumindest beschmieren und zerreißen.

"Wir sollten keine moralischen Hemmungen haben. Diese Leute sind Mörder, ihre Gifte sind aus unserem Organismus auszurotten", forderte der Redakteur des Blattes und rief "zum Kampf, zum heiligen Krieg" auf. Angesichts der Empörung in und außerhalb Ungarns versuchte der Chefredakteur die beispiellosen Angriffe gegen die herausragenden und - mit der Ausnahme Esterhazys - jüdischen Autoren als eine "witzige Betrachtung" hinzustellen.

All das - von den antisemitischen Sprechchören und Transparenten ("Holocaust ist eine Lüge") bei Fußballspielen bis zu den rassistischen, juden- und roma-feindlichen Ausbrüchen in Tageszeitungen, TV- und Radiosendern - mag nur die Spitze des Eisbergs sein. Mit den Worten György Konrads: "Die Freiheit erscheint als die Freiheit des Neofaschismus." Die Juden in Ungarn haben (wieder) Angst. Wer kann es ihnen verdenken?

Der aus Ungarn stammende und in Österreich lebende Publizist Paul Lendvai ist Herausgeber der "Europäischen Rundschau" und einer der großen Osteuropaexperten im deutschsprachigen Raum. Seine Bücher über die "Ungarn" und den "Ungarnaufstand" sind Standardwerke und noch immer erhältlich.

Quelle: URL: http://www.welt.de/kultur/article5240553/In-Ungarn-muessen-sich-Juden-wieder-fuerchten.html

Sonntag, 8. November 2009

"Ich schreibe keine Holocaust-Literatur, ich schreibe Romane"

Von Tilman Krause
Ein Gespräch mit dem Literaturnobel- und WELT-Preisträger Imre Kertész über seine Wahlheimat Berlin, seine Auffassung von Autorschaft und seine Erfahrungen mit dem Totalitarismus


Die Welt: Verehrter, lieber Herr Kertész, am 9. November werden Sie 80 Jahre alt, aber das schönste Geschenk zu diesem Geburtstag bekommen nicht Sie, sondern jemand anderes.

Imre Kertész: Ach ja? Wer denn?

Die Welt: Die Stadt Berlin! Weil Sie immer noch in ihren Mauern leben.

Kertész Aber was reden Sie da - ich bin ein Berliner!

Die Welt: Komisch, irgendwo habe ich gelesen, Sie stammten aus Budapest...

Kertész: Lieber, Sie lesen zuviel. Lassen Sie mich Ihnen sagen: Ich bin ein Großstädter, bin es immer gewesen. Ein Großstädter gehört nicht nach Budapest. Die Stadt ist ja vollkommen balkanisiert. Ein Großstädter gehört nach Berlin!

Die Welt: Was fasziniert Sie hier bloß so?

Kertész: Da könnte ich Ihnen vieles nennen. Lassen Sie mich zwei Dinge hervorheben. Berlin ist die musikalischste Metropole der Welt. Das ist ein entscheidender Grund für mich, hier zu leben, seit acht Jahren nunmehr. Als ich noch in Budapest wohnte, musste ich mit meinem kleinen Transistorradio immer ins Badezimmer gehen, wenn ich Musik hören wollte. Nur da hatte man einen guten Empfang. Hier haben wir drei Opernhäuser, die ich jederzeit besuchen kann, dazu die großartigen Philharmoniker. Für einen Musikfan sind das paradiesische Zustände. Und dann die friedliche, urbane Atmosphäre der Stadt. Gerade hier in Charlottenburg. Sowie es einigermaßen schön ist, ziehen die Leute auf die Straße, sitzen auf den Kaffeehaus-Terrassen. Dort lesen sie, essen und trinken sie, flirten sie. Im Sommer ist doch Berlin eine einzige öffentliche Wellness-Landschaft, was sage ich, eine Wohlfühl-Sauna. Jeder tut, was er will, und zwar auf die selbstverständlichste Art von der Welt. Es gibt keinen Stress, keine Aggression. Die Menschen sind freundlich zueinander, sind freundlich zu mir, so habe ich es vom ersten Moment an erlebt, und so ist es bis heute geblieben.

Die Welt: Und da kann Budapest nicht mithalten? Als Sie mir die Stadt vor zehn Jahren gezeigt haben, ging es dort doch auch bunt und fröhlich zu.

Kertész: Das hat sich Ihnen als Tourist so dargestellt. Das war aber nur Fassade. Ich bin gerade wieder zehn Tage dagewesen. Die Lage hat sich in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich verschlechtert. Rechtsextreme und Antisemiten haben das Sagen. Die alten Laster der Ungarn, ihre Verlogenheit und ihr Hang zum Verdrängen, gedeihen wie eh und je. Ungarn im Krieg, Ungarn und der Faschismus, Ungarn und der Sozialismus: Nichts wird aufgearbeitet, alles wird zugeschminkt mit Schönfärberei.

Die Welt: Sie sind in Budapest geboren, Sie haben dort ihre Kindheit verbracht, sind nach der Befreiung von Buchenwald aus dem KZ dorthin zurückgekehrt. Hier entstanden ihre wichtigsten Werke, für die Sie 2002 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurden, allen voran das Jahrhundert-Buch "Roman eines Schicksallosen", 1975 nach zwölfjähriger Arbeit fertiggestellt und veröffentlicht. Gibt es an Ihrem Land mit seiner ungemein reichen literarischen Landschaft denn rein gar nichts, dem Sie sich verbunden fühlen?

Kertész: Ich bin ein Produkt der europäischen Kultur, ein Décadent, wenn Sie so wollen, ein Entwurzelter, stempeln Sie mich nicht zum Ungarn. Es reicht, dass Ihre Landsleute mich zum Juden gemacht haben. Rassische, nationale Zugehörigkeiten gelten nicht für mich. Und um auf Ihre reiche ungarische Literaturlandschaft zu kommen, ich werde Ihnen etwas verraten: Während all der sozialistischen Jahre habe ich kein einziges der staatlich genehmigten ungarischen Bücher gelesen. Mein Geschmack hat das einfach nicht gefressen. Immer, wenn ich es versucht habe, kippte mein Magen um. Natürlich gibt es ein paar ungarische Autoren, die ich sehr verehre, wunderbare Sprachkünstler, dekadente Spielernaturen, deren Namen Ihnen in Deutschland gar nichts sagen werden: Gyula Krudy zum Beispiel, der von 1878 bis 1933 lebte, oder Dezsö Szomory, ein Zeitgenosse Krudys. Beide waren übrigens auch gleichzeitig großartige Essayisten...

Die Welt: Wie Sándor Márai, den Sie auch gelten lassen?

Kertész: : Wie Sándor Márai, dessen Tagebücher ich für ganz vorzüglich halte. Seine Romane weniger, sie sind nicht auf der Höhe der Moderne. In Ungarn hat es die literarische Moderne nicht gegeben. Erst lange nach dem Krieg haben Peter Nádas und ich sie nachgeholt, dann kam schon die Postmoderne mit Peter Esterházy. Aber als ich jung war, als ich ein Schriftsteller wurde, habe ich die europäische Literatur gelesen, vor allem die deutsche.

Die Welt: Wer hat Sie besonders beeinflusst?

Kertész: Thomas Mann, keine Frage! 1954 hat Georg Lukácz die ersten Thomas-Mann-Texte nach dem Krieg herausgebracht, die ich verschlang. Das hat mein Leben verändert, "Tod in Venedig", "Wälsungenblut"...

Die Welt: Ausgerechnet "Wälsungenblut" mit seinen antijüdischen Karikaturen...

Kertész: Mich interessieren nicht Gesinnungen, mich interessiert Ästhetik. Und Hand aufs Herz: neureiche, protzige Juden, wie Thomas Mann Sie in "Wälsungenblut" um 1910 darstellte, gab es nun mal auch. Warum soll man das dem Autor vorwerfen?

Die Welt: Nach Auschwitz kann man das vielleicht nicht mehr so unbefangen goutieren.

Kertész: Das mag sein. Aber mich stört es nicht. Sie wissen, ich denke sehr eigenwillig über die Shoah. Ich bin, wie Jean Améry, ein nichtjüdischer Jude, da kommen wir wieder zu den kollektiven Identitäten. Die liegen mir nicht. Ich mag auch keine Volksmusik. Klezmer ist langweilig.

Die Welt: Und doch haben Sie in vielen Büchern über den Holocaust geschrieben.

Kertész: Ich habe über den Holocaust geschrieben, weil ich diese einzigartige Erfahrung, diese für das 20. Jahrhundert so zentrale Erfahrung machen musste, machen konnte - weil ich in Auschwitz war und in Buchenwald. Bedenken Sie: was für ein Kapital! Aber ich habe keine Holocaust-Literatur geschrieben, ich habe Romane geschrieben! Ich bin ein professioneller Schriftsteller. Ich habe mich an jedem gelungenen Satz, an jedem treffenden Wort gefreut, das mir geglückt ist. Mein Ehrgeiz war immer und vor allem anderen ein künstlerischer.

Die Welt: Liegt es daran, dass Sie über die Vernichtung der Juden nicht moralisch schreiben?

Kertész: Unter anderem liegt es auch daran. Und noch etwas kommt hinzu: Man darf die versuchte Vernichtung, man darf den rassischen Antisemitismus des 20. Jahrhundert nicht isoliert sehen. Man muss ihn im Zusammenhang der großen Epochenerfahrung sehen, und die ist der Totalitarismus. Und der Totalitarismus war mit dem Ende der Nazi-Herrschaft nicht vorüber. An einem Land wie Ungarn sehen Sie überdies, dass auch der Antisemitismus mit den Nazis nicht unterging.

Die Welt: Wer Ihre Bücher liest, nicht nur den "Roman eines Schicksallosen", sondern dessen Fortsetzung, den Roman "Fiasko", oder Ihren letzten Roman, "Liquidation", dem fällt sofort der sehr spezielle Kertész-Ton auf, etwas Ironisches, Spöttisches, Sarkastisches. Haben Sie sich diesen Stil mühsam erarbeitet, oder gilt hier die Devise "Le style c'est l'homme"?

Kertész: Ja, das ist tatsächlich meine Natur.

Die Welt: Wir sprachen eingangs von Geburtstagsgeschenken. Gibt es etwas, das Sie sich zu Ihrem 80. Geburtstag ganz besonders wünschen?

Kertész: Ich wünsche mir, was ich auch allen anderen Menschen wünsche: Frieden und Kultur.

Quelle: www.welt.de

Freitag, 30. Oktober 2009

Bologna den Prozess machen

Assoziationen zu einem Transparent der protestierenden Studenten zum sogenannten Bologna-Prozess - nebst einigen Klarstellungen zur Kritik von Forschungsökonomen an einem angeblich "antiquierten Bildungsideal" - Von Konrad Paul Liessmann

Seit einigen Tagen prangt im Stiegenhaus des Neuen Institutsgebäude der Universität Wien ein Transparent, auf dem zu lesen ist: "Macht Bologna den Prozess" . Die Ironie dieser Forderung enthüllt sich allerdings erst dem voll und ganz, der noch die leuchtenden Augen vor sich sieht, mit denen Bildungspolitiker und Universitätsreformer den "Bologna-Prozess" als entscheidenden Schritt zur Konstitution eines europäischen Hochschulraumes sahen, der nicht nur der EU enorme Wettbewerbsvorteile verschaffen, sondern auch die wirklichen oder vermeintlichen Schwächen kontinentaler Hochschultraditionen - lange Studiendauer, große Zahl von Studienabbrechern, unzureichende Berufsvorbildung, fehlende Exzellenz - mit einem Schlag beseitigen sollte.

Dass die Kritik am Bologna-Prozess nun zum Auslöser und einem zentralen Angelpunkt der studentischen Proteste geworden ist, sollte auch dann zu denken geben, wenn man solchem Aktionismus nicht unbedingt etwas abgewinnen kann. Aber allein der Witz, mit dem diese Kritik mitunter vorgetragen wird, zeugt von einer anarchischen Kreativität, die man der angeblich angepassten Studentengeneration des Konkurrenzzeitalters kaum mehr zugetraut hätte. Man wird sehen, wie sich diese Bewegung entwickelt und ob es ihr gelingt, sich vor drohenden ideologischen Verhärtungen zu schützen, die eine wache Kritik schnell in eine dogmatische Blindheit umschlagen lassen können.

Wie aber macht man dem Bologna-Prozess den Prozess? Und warum sollte man? Der im Jahre 1999 von den europäischen Bildungsministern initiierte Bologna-Prozess hat offenbar eine Eigendynamik entwickelt, die weder aus den ursprünglichen Intentionen noch aus dem Willen der Beteiligten und Betroffenen erklärt werden kann. Denn tatsächlich wird niemand etwas gegen einen europäischen Hochschulraum, Verbesserung der Studienmöglichkeiten durch Steigerung der Mobilität, vereinfachte Verfahren bei der wechselseitigen Anerkennung von Abschlüssen und Qualifikationen sowie eine maßvolle Berufsorientierung der Studien einwenden können.

Paradoxe Anforderungen


Viel mehr als diese Gesichtspunkte und einige Hinweise zu ihrer Umsetzung enthält die ursprüngliche Bologna-Erklärung auch gar nicht. Dass daraus ein starrer Schematismus wurde, mit aufgeblähten Verwaltungen, vollgestopften Studienplänen, unnötigen Evaluierungen und zahllosen Reglementierungen gehört zu jenen Transformationen, die Anlass zur Frage geben, was an gesellschaftspolitischer Zielsetzung sich nun "eigentlich" dahinter verbergen mag.

Generell sehen sich die Universitäten durch diesen Prozess immer paradoxeren Anforderungen ausgesetzt. Einerseits soll die Akademikerrate signifikant erhöht, anderseits Studienplätze kontingentiert werden; einerseits soll die Qualität der Studiengänge steigen, andererseits sollen sie kostengünstiger werden; einerseits sollen die Universitäten autonom agieren, andererseits müssen sich alle den gleichen Standards beugen; einerseits sollen die Anforderungen erhöht werden, andererseits soll es mehr Absolventen geben; einerseits soll die Mobilität zunehmen, andererseits soll in Mindestzeit studiert werden; einerseits sollen die Grundstudien berufsqualifizierend sein, andererseits sollen sie die Grundlagen für eine weitere wissenschaftliche Ausbildung liefern. Die Liste ließe sich fortsetzen. Die aktuellen Proteste können auch als Ausdruck dafür gesehen werden, dass ohne Reibungsverluste auf Dauer solche Widersprüche nicht auszuhalten sind.

Nehmen wir als ein Beispiel für diese Entwicklung die Humboldtsche Idee der Einheit von Forschung und Lehre. Natürlich zitieren Philosophen - auch wenn sie dabei "die letzten" sind (vgl. Andreas Schibanys Diskussionsbeitrag im Standard vom 29. 10.) - gerne Humboldt. Denn dieser hatte gründlich über die Fragen der Organisation eines höheren Bildungswesens nachgedacht - was man von seinen Kritiken nicht immer behaupten möchte. Seine Grundüberlegung war dabei so klar und einfach, dass sie auch von Bildungsökonomen nachvollzogen werden könnte: In modernen Gesellschaften nimmt die Bedeutung der Wissenschaften zu. Wissenschaft ist dabei nicht nur ein Verfahren zur Grundlegung technischer oder sozialer Anwendungen, sondern überhaupt die Art und Weise, in der aufgeklärte Menschen ihr Welt- und Selbstverhältnis artikulieren. - Es gibt nun drei Arten, prinzipiell damit umzugeben: Man kann in Forschungsinstitutionen das Wissen hervorbringen; man kann in Schulen das Wissen vermitteln; und man kann an Universitäten das Wissen gleichzeitig hervorbringen und vermitteln - und nur solch eine Institution wird der gesellschaftlichen Bedeutung der Wissenschaften in vollem Umfang gerecht.

Wer eine reine Lehrinstitution will, diese aber "Universität" nennt, betreibt also mindestens einen Etikettenschwindel. Was nicht bedeutet, dass es nicht solche Lehrinstitutionen geben soll und geben muss und dass nicht viele Ausbildungsgänge an solch einer Institution gut aufgehoben wären. Aber wo Universität drauf steht, sollte auch Universität drinnen sein. Und dies meint nun einmal auch die die Inanspruchnahme einer Freiheit, die nichts mit Leistungsunwillen, aber viel damit zu tun hat, dass wissenschaftliche Neugier, Kreativität und Enthusiasmus weder steuerbar noch planbar sind. Diese Faktoren und ihre Entfaltung sind für die vielbeschworene Ökonomie allerdings alles andere als bedeutungslos. Ein echter Humboldtianer wird deshalb immer behaupten, dass seine Universität letztlich auch ökonomisch effizienter, wissenschaftlich innovativer sowie gesamtgesellschaftlich gesehen profitabler ist als eine rigide auf kurzfristige Effizienz getrimmte Qualifizierungsanstalt.

Die Universität, die sich als Resultat des Bologna-Prozesses und diverser Reformen abzeichnet, sieht allerdings anders aus: Ein teilprivatisiertes kundenorientiertes Unternehmen, das unterschiedliche Segmente des Bildungsmarktes bespielen soll und seinen Output in den nun getrennten Bereichen Forschung und Lehre penibel planen möchte. Die Gewinner sind die Uni-Leitungen und ihre Bürokratien sowie die Agenturen, die diese Prozesse organisieren und überwachen.

Reform gescheitert


Aber auch an ihren eigenen Kriterien gemessen, ist dieses Modell nicht gerade von Erfolg gekrönt. Denn von den ursprünglichen Zielen der Reformen wurde - bisher zumindest - keines erreicht. Die Mobilität hat nicht zu- sondern abgenommen, aufgrund starrer Curricula ist der Wechsel der Studienorte schwieriger denn je, die Situation der frisch gebackenen Bachelors am Arbeitsmarkt ist auch jenseits der aktuellen Krise nicht besonders rosig, und auch die Studienzeiten haben sich nicht drastisch verkürzt. Sogar im Sinne der Bologna-Planer ist deshalb eine Reform der Bologna-Reform unausweichlich. Dem Bologna-Prozess den Prozess zu machen, bedeutet auch, auszuloten, welche Handlungsspielräume dafür auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene gegeben sind.

Einiges zeichnet sich dabei schon jetzt ab: Der dreijährige Bachelor wird aufgeweicht und verlängert werden, die Modularisierung der Studienpläne kann und wird in vielen Bereich zurückgenommen werden, die ECTS-Verrechnungen werden an Bedeutung verlieren, und es ist durchaus mit Bologna vereinbar, Studieneingangsphasen als echte Orientierungssemester zu gestalten, an denen das Interesse und die Eignung für eine wissenschaftsorientierte Ausbildung erfahren und gegebenenfalls korrigiert werden kann. Und dass mit prekären Beschäftigungsverhältnissen auf Dauer weder eine anspruchsvolle Lehre noch eine exzellente Forschung gewährleistet werden können, wird allmählich auch jenen dämmern, die in menschlicher Arbeitskraft prinzipiell nur ein Einsparungspotenzial sehen.

Und weil so gerne von knappen Ressourcen und ihrer effizienten Verwendung gesprochen wird, eine kleine Anregung zum Schluss: Wie wäre es, wenn Bildungsökonomen, anstatt sich über Humboldt herzumachen, einmal ausrechneten, was an materiellen und geistigen Ressourcen, was an Engagement und Zeit durch ein Reformjahrzehnt verschwendet wurde, das keines seiner proklamierten Ziele erreicht hat? (Konrad Paul Liessmann, DER STANDARD, Printausgabe, 31.10.2009)

Zur Person: Der Philosoph und Essayist lehrt an der Universität Wien und veröffentlichte u. a. sozusagen das Buch zur Stunde ("Theorie der Unbildung", Zsolnay 2008).

Samstag, 29. August 2009

Madonna ausgepfiffen


Madonna gehört schon lange nicht mehr zu den von mir "bewunderten Stars". Dazu gehört eigentlich niemand. Dennoch war ich sehr verwundert als ich las, dass sie auf ihrem Konzert in Bukarest politisch wurde: Sie meinte, in Rumänien würden die Zigeuner diskriminiert, und das mache sie sehr traurig. Daraufhin wurde sie von den Zuschauern ausgepfiffen.
Die rumänische Presse reagierte auf ihre Aussage folgendermaßen: Madonna hat ja vom Brunzen und vom Scheißen keine Ahnung. Und was erfrecht sie sich, hier zu inneren Angelegenheiten eine Meinung abzugeben, sie kennt sich ja nicht aus. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Um so abgekanzelt zu werden, kann man auch hier in Ungarn bleiben, da muss man nicht nach Rumänien. Bei Madonnas Budapestkonzert hat es keinen solchen Sager gegeben. Wie schade.
Denn nicht nur die Rumänen sind auf dem Niveau eines primitiven Volkes stehengeblieben, wie die rumänische Parlamentsabgeordnete Madalin Voicu, selbst Zigeunerin, meinte.

Sonntag, 16. August 2009

Anmerkungen zu Allen Carrs "Endlich Nichtraucher"


Lange Zeit habe ich geraucht, fünfzehn Jahre waren es - ich weiß auch noch genau, wann ich mir das erste Päckchen gekauft habe - am 30. April 1994 und zwar aus Trotz. Damals hatte mich meine liebe wegen eines Amtmannes mit fixem Verdienst und Wohnung stehen gelassen; und ich - im fabrizieren von Selbstmordphantasien noch herrlich ungeübt - hab mir eine Schachtel Zigaretten gekauft, Casablanca waren es, weil ich mir das Rauchen angewöhnen wollte - mit nur teilweise bewußter selbstmörderischer Absicht. Und es ist mir auch gelungen. Als mir die Filterzigaretten zu teuer wurden, weil der Verbrauch zu hoch, hab ich gedreht, in Ungarn aber nur mehr Filterzigaretten geraucht, weil hier ja für unsere Verhältnisse billiger - für mein hiesiges Einkommen eigentlich nicht. Ich habe immer viel geraucht, von Anfang an - und habe auch nie wirklich übers Aufhören nachgedacht, hat mich nicht interessiert und das Rauchen hat mir bis zum Schluß auch keine körperlichen Schwierigkeiten bereitet. Überhaupt nichts - ein bißchen schwerer Luft bekommen, aber das ist ja ganz normal. Während meines Freistadtaufenthalts sind mir nun mal wieder die Zigaretten ausgegangen - 4 Stangen waren für 3,5 Wochen nicht genug; und weil ich es schon vor 5 Jahren einmal auf die gleiche Weise versucht habe - durch Ende des Zigarettenvorrats, hab ich mir gedacht, ich versuche es wieder, denn das Ende des Vorrats zeichnete sich schon ab. Mein kleines Schwesterchen warf mit dann, als ich ihr meine Absichten erwähnte, beiläufig erwähntes Buch vor der Nase auf den Tisch. Ich hatte mich immer geweigert, das Buch zu lesen, vielleicht weil meine Cousine seinerzeit so von ihm geschwärmt hatte und mich vom Nichtrauchen überzeugen wollte (wie ich erfahren habe, hatte es auch alle meine rauchenden Geschwister gelesen - und danach auch für kürzere oder längere Zeit mit dem Rauchen aufgehört). Also jetzt schaute ich also doch ins Buch - Sommer war es, und ich hatte eh schon 2,5 anspruchsvolle Bücher in drei Tagen gelesen.
Carr argumentiert gut und einleuchtend, und was ihn sympathisch macht, ist, daß er nicht wie die meisten Exraucher allen anderen mit feurigem Schwert diese Sucht austreiben will. Ja, wenn man akzeptiert, daß Rauchen eine Sucht ist - das ist uns Rauchern eigentlich nie bewußt - hat man gleich einen ganz anderen Ausgangspunkt zum Abgewöhnen.
Wenn man akzeptiert, daß man süchtig ist und nicht nur einer blöden Angewohnheit frönt. Carr weiß auch, was wir nicht zugeben wollen: Daß von den vielen Zigaretten uns eigentlich nur ab und zu eine schmeckt. Unsere Nikotinabhängigkeit aber immer nach mehr verlangt.
Carrs Argumentation ist vollkommen nachvollziehbar, wenn man ein geregeltes Leben führt, sowas wie glücklich ist, Geld verdient und nur mehr das Nichtrauchen zum absoluten Glück fehlt. Bei Menschen, die weit davon entfernt sind, oder solchen, die vielleicht sogar mit dem Hang zur Selbstzerstörung rauchen - greifen dann die Argumente schon eher weniger, was vielleicht mit ein Grund ist, daß das Buch in Ungarn einmal verlegt worden ist (1988) und seitdem nie wieder erschien.
Heute ist Tag 9 meiner Entwöhnung und die körperliche Nikotinabhängigkeit ist, denk ich, überwunden. Was nicht überwunden ist, ist die Assoziation von bestimmten Situationen mit dem Rauchen einer Zigarette. Derweil ich in Freistadt war, war es sehr einfach - und bevor ich zurückgekommen bin in die Republik Schilda, hab ich mir gedacht, ich hab's im großen und ganzen geschafft. Schön getäuscht hab ich mich: In Freistadt gibt es einfach weniger Situationen, die ich mit einer Zigarette verbinde, weil ich wenig in Freistadt bin. Gerade mal nach dem Essen und auf dem Spielplatz kam mir der Gusto auf einen Tschick. Hier, in Budapest, ist einfach alles mit dem Rauchen von Zigaretten verbunden. Jede Minute und jede Sekunde, weshalb ich zurzeit mehr zu kämpfen habe, als an den ersten Tagen, die ja dem Volksmund nach beim Abgewöhnen immer am schwierigsten sind. Darauf geht Carr nicht sonderlich ein - daß es bestimmte Alltagshandlungen sind, die fix mit einer Zigarette verbunden sind und diese Alltagshandlungen es so schwierig machen, mit dem Rauchen aufzuhören. Die körperliche/chemische Abhängigkeit ist schnell überwunden, und nicht sonderlich schwierig. Die blöde Angewohnheit ist da schon was Anderes. Und die Angewohntheit kann einen umbringen und rückfällig machen. Andere Raucherentwöhnungsliteratur, derer es ja viele gibt, empfiehlt die Alltagssituationen anders zu gestalten - mit einem einfachen Beispiel: zB. Tee am Morgen zu trinken, statt dem Kaffee, wenn dieser immer mit Zigarette verbunden war. Das mag schon funktionieren, nur wenn ich mir dann dann sicher bin, in zwei, drei Monaten, und mir in der früh wieder Kaffee koche, beginnt das ganze wieder von vorn - und obwohl man drei Monate nichts geraucht hat und glaubt, man hat es überstanden, kommt zum Morgenkaffee wieder der unzügelbare Gusto, sich eine anzuzünden.
Aber wir nichtrauchenden Raucher dürfen uns nie wieder eine anzünden, ja nicht einmal einen Zug machen, sonst rauchen wir 3 Wochen später wieder unsere 2 Päckchen (ja übrigens in der Medizin gibt es die Maßeinheit "packs per year" - eine Packung pro Tag, ein Jahr lang; ich war so bei 20 packs per year, ab 40 treten normalerweise grobe gesundheitliche Schwierigkeiten auf). Das mit den 2 Päckchen stimmt, ich weiß es aus eigener Erfahrung.
Ich gebe Carr also einerseits recht - was seine Argumente angeht. Jeder, der raucht, ist ein Trottel. Mit dem sich ständig Vorsagen von "Endlich bin ich von dem Laster befreit", können nur heillose Optimisten was anfangen. Und so leicht ist es nicht, wie er meint. Aufhören uns bums. Wenn der Alltag nicht wäre, dann vielleicht. Aber ich denke, auch wenn ich jetzt für eine Jahr auf Weltreise gehe und nach diesem Jahr mir zuhause meinen Kaffee braue und an meinen gewohnten Platz setze, werde ich, obwohl ich schon lange vergessen habe, daß ich einmal rauchte, wieder genau den Gusto verspüren, wie in der aktiven Zeit. Und die ganze Qual mit der Entwöhnung beginnt von vorn.

Montag, 13. Juli 2009

Faschistische Motorradfahrer gewinnen Prozeß

In Ungarn gibt es einige Zeit schon eine Vereinigung, die nach den Hell’s Angels angelegt ist, die Goj-Motorosok. Was sie verbindet, ist das Nicht-Jüdisch-Sein, wie es die Bezeichnung „Goj“ (jiddisch für Nichtjude), ja besagt. Diese lieben Leute treiben schon einige Zeit ihr Unwesen, kooperieren mit der Ungarischen Garde und sind immer dort zu finden, wo gerade gegen die „Zigeunerkriminalität“ demonstriert und gegen Zigeuner gehetzt wird.
Dann gibt es Tibor Bakács, einen medialen Wichtigtuer mit großer Klappe (er ist dem Budapester Underground (Tilos-Rádió usf.) entwachsen). Er hat in einer Radiosendung eine rethorische Frage an die Motorosok gestellt: „Na, was ist, Goj Motorosok, was ist, ihr Faschisten, kennt ihr die Geschichte nicht?“
Daraufhin wurde er von den Motoradfahrern wegen Verleumdung angezeigt. Das Gericht verurteilte Bakáts mit der Begründung, daß der Fragesatz den Zuhörern suggerierte, daß die Goj Motorosok Faschisten seien. Die Motorosok fordern drei Millionen Forint Entschädigung. Bakáts hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Quelle: http://www.klubradio.hu/cikk.php?id=16&cid=91438

Sonntag, 12. Juli 2009

Zigeuner, das Wort heißt zuerst "Mensch"

Beim Zigeunerpfarrer von Alsószentmárton

"Ich bin Zigeuner unter Priestern und Priester unter Zigeunern", mit diesen Worten umschreibt Pfarrer József Lankó seine Situation. Seit acht Jahren lebt er in der kleinen ungarischen Gemeinde Alsószentmárton als Seelsorger mitten unter den Zigeunern. Alsószentmárton - kurz vor der Grenze zum heutigen Kroatien gelegen - ist ein Ort, der den dort beheimateten Menschen keine wirtschaftliche Zukunftsperspektive geben kann. Heute liegt die örtliche Arbeitslosenquote bei etwa 90 Prozent. Diese, in den vergangenen Jahren rapid gestiegene Chancenlosigkeit ließ schon vor Jahren den einstigen Bewohnern - Kroaten, Donauschwaben, Ungarn - nur eine Alternative, den Wegzug in die Städte Siklos oder Pecs. Nur die Zigeuner blieben, Alsószentmárton ist heute ihr Dorf. Pfarrer József Lankó erklärt, daß sie im Durchschnitt zehn Jahre im Ort leben, bevor sie weiterziehen

Draußen vor dem Alsószentmártoner Pfarrhaus herrscht bis in den Abend hinein Leben. Zumeist sind es Kinder, die sich um das Pfarrhaus herum treffen. Kommen Besucher, so sind sie eine willkommene Abwechslung, sie werden neugierig umringt und abgeschätzt. In einem Sandkasten an der Kirche spielen zwei Kinder. Ihre Eltern gehören zu einer Gruppe anonymer Alkoholiker, die sich im Gruppenraum der Gemeinde treffen. Es wird gesungen, gemeinsam über Probleme des Alltags und über die Bewältigung der Alkohol-Krankheit gesprochen... Soziale Ausgrenzung und Alkoholismus gehen auch in Ungarn oft Hand in Hand

Immer wieder ist zu hören, daß die Zigeuner die ärmste Bevölkerungsgruppe im heutigen Ungarn sind. Eine Einschätzung, die auch der zuständige Diözesan-Caritasdirektor von Pecs, János Szalay, teilt. Die Zigeuner hatten am meisten unter den gesellschaftlichen Umbrüchen der vergangenen Jahre zu leiden, erklärt Janós Szalay. Was nicht heißt, daß es den Ungarn heute gut geht. Gerade im südungarischen Raum gibt es große Armut. Besonders ältere Menschen leben mit ihrer kargen Rente oft am Rand des Existenzminimums. Laut persönlicher Einschätzung von Janós Szalay liegt die Arbeitslosigkeit im Land bei durchschnittlich 13 bis 14 Prozent. Erschwerend kommt hinzu, daß Ungarn nach 1989 auf keinerlei soziale Absicherungssysteme zurückgreifen konnte, wie sie etwa in Deutschland bestehen. Eine schlagartige Verelendung weiter Kreise der Bevölkerung war nicht aufzuhalten

In Pecs engagiert sich die Caritas heute in vielfältiger Weise gegen die alltägliche Not. Was ebenfalls nicht einfach ist. Janóz Szalay: "Wir werden vom Staat nicht unterstützt, es ist einfach anders als in Deutschland, wo die Caritas auch von staatlicher Seite ein gesuchter und gefragter Ansprechpartner ist." Die sozialdemokratisch-liberale Regierung zeichne sich statt dessen durch eine kirchenfeindliche Politik aus, die keinerlei Verbindung zu kirchlichen Organisationen suche. Dennoch gelingt es der Diözesancaritas Pecs heute, beachtliche Hilfe für Obdachlose, sehr arme Leute, kinderreiche Familien und Flüchtlinge zu leisten. Speziell für Zigeuner lief kürzlich eine Ausbildung für 23 Jugendliche. In ihren Pfarrgemeinden sollen sie einmal als eine Art Sozialarbeiter tätig werden. Sie erfahren alles, was sie brauchen, um in konkreten Alltagssituationen reagieren zu können

Hilfe, die auch Pfarrer József Lankó, eine Katechetin und zwei Zivildienstleistende in Alsószentmárton Tag für Tag leisten. Sie reicht von der Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen, der Stiftung Collegium Martineum für junge Zigeuner, die das Gymnasium besuchen bis hin zum Organisieren einer Küche, in der täglich rund 50 warme Mahlzeiten ausgegeben werden. Dazu kommen die traditionellen sonstigen Aufgaben eines Ortspfarrers

Doch für den Seelsorger József Lankó steht immer der ganze Mensch im Mittelpunkt seines Engagements, und das bedeutet eben nicht nur die Sorge um die Seele. "Wenn die Kinder Hunger haben oder sie brauchen Schuhe, dann muß ich helfen." Daß dies oft bis in die Nacht gehen kann, ist nicht zu vermeiden. Einmal mußte József Lankó eine schwangere Frau im Eiltempo ins Krankenhaus fahren, sie stand kurz vor der Entbindung. "Ich hatte Angst, daß sie es nicht aushält, wußte ich doch gar nicht, was in einem solchen Moment zu tun ist", berichtet der Seelsorger. Lachend fügt er hinzu: "Das habe ich in der Theologie nicht gelernt." Und was er auch nicht lernte, war die Antwort auf die Frage, was ist, wenn der Priester plötzlich eine Familie übernehmen muß

Und genau diese stand für ihn in Alsószentmárton. József Lankó: "Ich habe oft gegen Abtreibung gesprochen und plötzlich blieb ein Mädchen allein zurück im Krankenhaus Siklos, die Eltern wollten es nicht haben. Dann habe ich gedacht, als Priester kann ich leicht gegen Abtreibung reden. Was sollte ich machen, ich nahm die Kleine zu mir." Später kamen zwei Zigeuner-Mädchen aus Jugoslawien dazu, die inzwischen zu ihren Familien zurückkehren konnten. Derzeit leben mit Pfarrer József Lankó und seinem Mädchen noch zwei Jungen im Alsószentmártoner Pfarrhaus. Der eine absolviert eine Lehre zum Maschinenschlosser, der andere sollte aus einem Heim in Pecs geworfen werden, bis ihn der Alsószentmártoner Pfarrer zu sich nahm. "Der Junge hat viel im Kopf und ein gutes Herz, er brauchte einfach eine Familienatmosphäre", betont József Lankó. Inzwischen besucht sein Pflegesohn das Gymnasium in Pecs.

Das Zusammenleben im Dorf vergleicht József Lankó immer wieder mit einer großen Familie. Es hat zwar eine Weile gedauert, bis er von den Bewohnern akzeptiert wurde, doch jetzt gehört er dazu. "Zuerst kamen die Kinder und über sie kamen dann ihre Eltern." Bleibt die Frage was ist, wenn es einmal zu Problemen kommt. József Lankó lächelt: "Wie regiert man, wenn die Kinder Blödsinn machen...?" Und das hin und wieder etwas verschwindet gehört zum Alltag in einem Zigeunerdorf dazu. Nach dem Denken der Zigeuner leben alle Menschen im Grunde in einer Familie, berichtet József Lankó und wenn einer etwas braucht, dann nimmt er es sich. Beispielsweise die Jacke aus dem Schrank, wenn er friert. Einmal, so erzählt der Zigeunerpfarrer, war sein ganzes Zimmer ausgeräumt. Wenige Tage später wurde jedoch alles zurückgebracht

Die Bezeichnung Zigeuner - so Pfarrer József Lankó - heißt Mensch, und Gott hat den Menschen nach seinem Abbild erschaffen, Zigeuner sollten als solche gesehen und behandelt werden, "sie sind auch Abbild Gottes." "Vorurteile und allgemeine Meinungen sind falsch, auch hier leben Menschen wie überall mit Fehlern und Schwächen.

Neben den sozialen Erfahrungen brachte das Leben mit den Zigeunern für József Lankó auch zahlreiche persönliche Bereicherungen mit sich. "Ich mußte neu nachdenken, was das Evangelium für uns und für die Kirche bedeutet, mußte nachdenken, wie es für die Zigeuner verstehbar wird", sagt Pfarrer Lankó. Dabei machte er die Erfahrung, daß die Zigeuner eine sehr tiefe Beziehung zu Gott haben, auch wenn sie manchmal nicht mit dem christlichen Bild übereinstimmt. József Lankó: "Für die Zigeuner ist Gott der da oben, einer der alles sieht und weiß, einer der das Leben koordiniert." Manchmal paßt dieses Bild zur Bibel. Daß Gott aber Vater ist, für die Menschen Gutes tut, dieses Bild muß oft noch vermittelt werden, betont József Lanko und ergänzt: "Das verstehen sie nur, wenn es ihnen vorgelebt wird. Wenn ich einmal etwas mache, was nicht gut ist, dann kommt gleich ihre Frage: Was für ein Priester bist du, wo ist dein Gott?

József Lanko kann es sich nicht mehr vorstellen, Alsószentmárton zu verlassen. Nüchtern sagt er: "Das geht gar nicht". Zahlreiche Kontakte wurden in den vergangenen Jahren aufgebaut. Auch nach Deutschland, beispielsweise zum Zigeunerseelsorger des Bistums Paderborn, Ulrich Weiß, und zur Pfarrgemeinde St. Pius in Witten, die die Menschen in Alsószentmárton unterstützen. Jetzt kommen Kontakte zur Gemeinde Leipzig-Lindenau hinzu, wo Kaplan Thomas Bohne aus Anlaß seines 40. Geburtstages im Mai für eine neue Gemeinschafts-Küche in Alsószentmárton sammeln will. József Lankó und seine Zigeuner sind dankbar für jede Hilfe. Doch der Pfarrer begreift sie nicht als Almosen: "Jede Hilfe hat Sinn, wenn sie persönlich ist. Wir alle sind Schwestern und Brüder und gehören zusammen, egal wo oder wie wir leben. Das verstehe ich unter Katholizität.

Holger Jakobi

Quelle: http://www.tag-des-herrn.de/artikel/3790.php

Abgesehen vom katholischen Gewäsch, ein kleiner, eindringlicher Einblick ins ungarische Zigeunerleben.

Donnerstag, 9. Juli 2009

Anitsemitischer Überfall in Budapest

"Bist Du ein Jude?" - 27-Jähriger von drei Angreifern zusammengeschlagen

Budapest - Ein 27-jähriger Budapester ist offenbar wegen seiner jüdischen Herkunft zusammengeschlagen worden, berichtete die ungarische Tageszeitung "Nepszabadsag". Laut dem Budapester Polizeipräsidium ereignete sich der Angriff am 30. Juni kurz vor Mitternacht, als drei Männer das Opfer bis zu dessen Wohnung in der Dohany-Straße verfolgten. Dort stellte einer der drei Angreifer die Frage: "Bist Du ein Jude?" Als das Opfer mit Ja antwortete, wurde es geschlagen, getreten und als "dreckiger Jude" beschimpft.

Laut Slomo Köves, dem Oberrabbiner der ultraorthodoxen Einheitlichen Israeltischen Kultusgemeinde in Ungarn (EMIH), beschrieb das Opfer die Täter als junge Männer mit Kapuzen. Köves zufolge habe es bereits in den vergangenen Monaten mehrere ähnliche Angriffe gegen Juden gegeben.

Die Gemeinde habe sich laut Köves an Premier Gordon Bajnai mit dem Ersuchen gewandt, möglichst schnell für die Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit zu sorgen und dafür, dass eine "gewaltbereite Minderheit nicht meint, sich alles erlauben zu können". Bereits seit eineinhalb Jahren würde man darum bitten, Polizeischutz für frequentierte Synagogen zu erhalten, doch bisher vergebens, beklagte der 30-jährige Rabbiner, dessen Gemeinschaft in enger Verbindung mit der weltweit tätigen ultraorthodoxen jüdischen Bewegung Chabad Lubawitsch steht.

Premier Bajnai ersuchte Justizminister Tibor Draskovics am Donnerstag, die Tat in der Dohany-Straße, die in Ungarn vor allem für ihre berühmte Synagoge bekannt ist, umgehend zu untersuchen und ihn über die Geschehnisse zu informieren, berichtet die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Der Minister soll zugleich Vorschläge zur Vermeidung ähnlicher Angriffe unterbreiten.

Die größte Oppositionspartei, die rechtskonservative Fidesz-MPSZ, verurteilte umgehend die Tat. Die Partei lehne jegliche Gewalt ab, die jemandem wegen seiner Herkunft oder seiner Religion zustoße, erklärte Zoltan Balogh, der auch Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Menschenrechte ist, gegenüber MTI. (APA)

Quelle: http://derstandard.at/1246541831533/Anitsemitischer-Ueberfall-in-Budapest
http://index.hu/bulvar/2009/07/08/megvertek_egy_zsido_ferfit_a_dohany_utcaban

Mittwoch, 8. Juli 2009

Körperbehinderter in Siófok angefahren

Ein Rollstuhlfahrer wurde in Siófok auf der Hauptstraße 7 überfahren. Der 69-jährige wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.
Der Mann versuchte an einem Fußgängerübergang die Straße zu überqueren und wurde von einem Fahrzeug, das aus Richtung Zamárdi kam, angefahren. Laut Aussage des Rollstuhlfahrers fuhr er deshalb nicht über den Zebrastreifen, sondern überquerte in dessen unmittelbarer Nähe die Straße, weil dieser nicht barrierefrei war, obwohl er direkt an einer Bahnstation liegt.

Quelle: mti.hu

Sonntag, 5. Juli 2009

Bis zu 5000 Euro Strafe für zu viel Ungarisch

Nach der Verabschiedung eines neuen slowakischen Sprachgesetzes kracht es zwischen Budapest und Bratislava wieder gewaltig
Ungarn will den Europarat anrufen. Zum Streit soll auch die Wirtschaftskrise beigetragen haben.


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Wien - Für jedes falsche Wort droht eine Geldstrafe: Die Lehrer in den slowakischen Schulen müssen sich ab September am Riemen reißen, zumindest wenn sie der ungarischen Minderheit angehören. In Klassen dürfen sie wie bisher ungarisch mit ihren Schülern reden. Aber mit den Kollegen in den Pausen darf künftig nur mehr auf Slowakisch getratscht werden, sonst droht eine Geldstrafe.

So interpretieren die Juristen im ungarischen Außenministerium das neue slowakische Sprachgesetz. Seitdem der Rechtstext in der vergangenen Woche von den Regierungsparteien durch das Parlament in Bratislava gepeitscht wurde, fliegen zwischen Ungarn und der Slowakei wieder die Fetzen.

Schriftgröße als Politikum


Die ungarische Regierung sieht in dem Gesetz eine klare Verletzung der Minderheitenrechte, ein geplantes Treffen der beiden Premierminister wird entfallen. Die rechtskonservative Oppositionspartei Fidesz geht einen Schritt weiter und spricht gar von Ungarnverfolgung. Ungarn müsse endlich begreifen, dass die Slowakei ein unabhängiges Land ist, lautet die Replik aus Bratislava.

Was die Gemüter so erhitzt, ist ein auf den ersten Blick unscheinbares Gesetz, das den Gebrauch der slowakischen Sprache in der Öffentlichkeit regeln soll. Für die über eine halbe Million ungarischsprachiger Slowaken bringen die neuen Bestimmungen aber Einschränkungen. Auf Werbetafeln sowie in allen öffentlichen Ankündigungen muss künftig immer zuerst der slowakische Text abgedruckt werden.

Auch Texte auf historischen Gedenktafeln müssen zuerst slowakisch verfasst sein, für die ungarische Übersetzung gilt eine maximale Schriftgröße. Geografienamen, etwa in Schulbüchern, dürfen künftig nicht mehr allein auf Ungarisch stehen. Laut der ungarischen Leseart schränkt das Gesetz sogar ein, wann ein Arzt mit seinen Patienten ungarisch sprechen darf. Für Verstöße drohen zwischen 100 und 5000 Euro Strafe.

Geschwächtes Ungarn

"Kein Mensch glaubt, dass das Gesetz wortgetreu umgesetzt wird, aber es erlaubt den slowakischen Behörden, jederzeit gegen die ungarische Minderheit vorzugehen" , sagt ein ranghoher Beamter im ungarischen Außenministerium. Ungarn will nun den Europarat und die OSZE in dieser Causa anrufen.

Die slowakisch-ungarischen Beziehungen sind traditionell schlecht und haben 2008 einen Tiefstand erreicht. Politologen sprechen vom angespanntesten Verhältnis zweier EU-Staaten.

Dass die Slowakei den Konflikt jetzt erneut anfacht, hängt laut dem ungarischen Außenministerium auch mit der Wirtschaftskrise zusammen: Ungarn stehe massiv geschwächt da, der Moment sei für die Slowakei günstig, um Streitfragen zu klären. Zudem stehen 2010 Wahlen an, und der slowakische Premier Robert Fico dürfte auf die Unterstützer der rechten Slowakischen Nationalpartei schielen.

Der slowakische Politologe Tomáš Strážay glaubt zudem, dass die Slowakei Druck auf Ungarn ausüben will, um die Auflösung des ungarischen Karpatenforums zu erreichen. In dem 2004 gegründeten Forum treffen sich ungarische Politiker aus der gesamten Karpatenregion. Das Forum ist in Ungarn rechtlich anerkannt und darf dem Parlament Vorschläge übermitteln. Weil damit slowakische Politiker an das ungarische Parlament angebunden sind, ist Bratislava erzürnt. Ungarn sah dagegen bisher keinen Grund für ein Entgegenkommen.
Quelle: (András Szigetvari/DER STANDARD, Printausgabe, 6.7.2009)