Mittwoch, 20. Januar 2010

mündliche prüfungsaufgabe - staatliche sprachprüfung deutsch, mittelstufe

sie haben gerade versehentlich eine LSD-Marke geschluckt und ihr
parkettboden wirft plötzlich falten, was ihnen überaus eigenartig
erscheint. als sie an die zimmerdecke schauen sehen sie einen
kapitalen hecht seine kreise ziehen. nachdem sie ihren chef zum 5-uhr-
tee eingeladen haben, es vier uhr fünfundvierzig ist und sie noch kein
teewasser aufgesetzt haben, die türe zu ihrer küche jedoch von
dichten urwaldpflanzen verwachsen ist, rufen sie ihren freund an und
bitten ihn um hilfe:

*ähnliche erlebnisse? (chef zum 5 uhr tee eingeladen)
*buschmesser beim scherenschleifer, aber unkrautvertilgungsmittel
*gartenzelt gegen tropischen regenguß?
*wasser aus krokodiltümpel (wie lange kochen)

die situation wurde nicht einmal zum vortest zugelassen

Dienstag, 19. Januar 2010

Mir ist auch schon übel…


Miss Ellie ist tot. Nach einem Herzinfarkt und Brustkrebs, hat die Frau, die die Ewings zusammenhielt, der Lungenkrebs dahingerafft. Ach, welche Erinnerungen: Dienstag, wenn ich mich recht entsinne, J.R.s Bosheiten, Bobby, der Obertrottel, Ray Crebs der Cowboy und Pamela, wegen der heute viele Mädchen ihre Eltern verfluchen, hat sie doch für ihren Namen Modell gestanden. Pamela Ewing ist als Pameeela in die deutschsprachigen Landstriche vorgedrungen. Ich erinnere mich, daß ich die letzte Dallas-Folge im übervollen Fernsehzimmer des Studentenheimes verfolgte; Dallas, die Urmutter aller Seifenopern, die Neugierde, wer denn auf wen geschossen hatte, war aber bald verflogen. Da waren die Softpornos von Pameeela, die dann im Morgengrauen des Internets die Runde machten, schon viel interessanter und sind mir besser im Gedächtnis geblieben. Zurück zum Lungenkrebs der lieben Miss Ellie, die nicht nur die Ewings, sondern auch unsere Familie immer zu versammeln wußte. Sie rauchte wie ein Schlot und weil ich das gleiche mache, bin auch ich ein Lungenkrebskandidat. Doch bitte ich, weil ich noch meine Freude am kurzen Leben haben will, den Trafikanten, wenn er mir eine Schachtel mit der Aufschrift “Rauchen führt zur Impotenz” gibt, gegen eine auszutauschen, die zu einem langsamen und qualvollen Tod führt; man gönnt sich ja sonst nichts.
Vor einigen Tage bin ich wieder aus dem schönen Österreich zurückgekommen und habe mir – auf allen Fronten - Verstärkung mitgenommen: zwei meiner Geschwister (ja, da gibt’s noch mehr). Wenn unsere Familie in kleinen Rudeln auftritt (bei Fischen nennt man das “Schulen”), neigen wir zum Kettenrauchen. Die zwei sind auf die Sziget gekommen (das hab ich jetzt nur geschrieben, damit die Glosse zum eben aktuellen Tagesgeschehen paßt) und zuhause, wir stammen aus einem kleinen Ort nahe der Grenze, fahren sie jede Woche einmal in die Tschechei, um Zigaretten zu kaufen. Dort sind sie natürlich billiger. Wahrscheinlich auch nicht mehr lange. Die europäischen Gesundheitsminister sind ja alle der Meinung, eine Schachtel Zigaretten müßte ungefähr 5.001 Euro kosten (der eine Euro ist die Entsorgungsgebühr für die Zigarettenstummel (Sondermüll), Plastik, Papier und krebsige Lungenflügel (Sondermüll)), damit sich ja keiner mehr eine kauft, schadet ja der Gesundheit.
Und hier haben wir sie wieder: die Lebenslüge. Einerseits schadet das Rauchen der Gesundheit, man könnte krank werden und dann haut man der Volkswirtschaft sozusagen ein Hackl ins Kreuz – schädigt damit den Kapitalismus, schädigt den Staat, der ja heutzutage auch auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist (Hat sich jemand von euch so einen Staat gewünscht? Ich weiß von meinen Eltern, sie nicht – und auch ich nicht…). Und wenn man da ein Raucherbein wegschmeißt, geht’s nicht mehr mit dem Bedienen von multinationalen Unternehmen, folglich Groß- und Kleinaktionären…
Untersuchungen, ganz einfache Plus-Minus-Rechnungen, haben ergeben, daß das Rauchen für den auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Staat keineswegs ein Verlustgeschäft ist: Der Staat verdient an den Rauchern und gar nicht zu wenig: mehr als drei Viertel des Zigarettenpreises wandern in die Taschen des lieben Staates, er muß aber nur rund 20% vom eingenommenen Geld für Krankheitsfälle ausgeben, die vom Rauchen verursacht werden. Und dann sterben wir auch noch früher, wir Raucher! Das wird stets vergessen. Also bekommen wir weniger Pension ausbezahlt, liegen dem Staat weniger lange auf der Tasche als sportliche Grünzeugfresser.
Wir sind das absolute Geschäft: Zahlen viele Steuern, sterben früh. Und noch nie hat jemand “Danke” gesagt. Das tut weh. Die vielen Millionen Raucher werden mich absolut verstehen, die ignoranten Nichtraucher wollen mich nicht verstehen. Rauchen ist ungesund, das wissen wir, dann konzentriert euch doch, liebe Politiker, einmal nicht auf die Gewinnmaximierung, darauf, daß jeder Staatsbürger zu einem geschmiertes Rädchen in der kapitalistischen Maschinerie herangezogen werden muß, lehrt uns, schon in den Schulen, wie man lebt, wie man genießt, laßt uns die Lehrer keine Komplexe anzüchten, lehrt uns, wie wir mit Streßsituationen umgehen sollen, räumt die Probleme aus dem Weg, die gesellschaftlichen, gebt uns Lösungen für unsere Sinnkrisen, aber dalli!! Wenn jeder einen Swimmingpool und Tennisplatz zuhause hätte und sich keine Sorgen ums tägliche finanzielle und geistige Überleben machen müßte, würde es reichlich wenigen einfallen, sich mit Nikotin, Koffein, Fett und anderen Drogen vollzustopfen. Dann bekämen wir nämlich keine Luft beim Sporteln.
Also, im Zeitalter des Neoliberalismus ist die Rache Montezumas, nicht mehr das, was man noch im 20. Jahrhundert darunter verstanden hat. Die Rache Montezumas an Good Old Europe ist der Tabak, der heutzutage offiziell überall verschmäht wird.
Nach den diktatorischen Eskapaden in Irland und Italien, wo man heute nur mehr im eigenen Scheißhaus rauchen darf, aber auch nur dann, wenn das Licht abgedreht ist, denkt man auch in Ungarn über ähnliche Maßnahmen nach, obwohl hier schon seit 4 Jahren ein überaus strenges Rauchergesetz in Kraft ist. In öffentlichen Gebäuden ist mit 30.000 – 100.000 Forint Strafe zu rechen, wenn man sich eine anheizt und dabei erwischt wird. (Das gleiche Gesetz scheint im ungarischen Parlament nicht zu gelten, dort wurden vor nicht allzu langer Zeit von einem Fernsehsender die lieben Volksvertreter bei Qualmorgien gefilmt, woraufhin dieser Anstalt Drehverbot erteilt wurde…)
Trafikanten, die an unter 18jährige Rauchwaren verkaufen, dürfen gleich einmal 100.000 Forint locker machen oder zwischen Schwerverbrechern ein paar schöne Tage im Gefängnis verbringen. (Ein Journalist aus Szeged, nennen wir ihn selbstüberschätzend doch: Kollege; ein Kollege also, wurde 2002 zu zwei Wochen Haft im Csillagbörtön in Szeged verdonnert – dort sitzen die Vergewaltiger, Massenmörder usf. –, weil er sich nach reichlichem Biergenuß eines Nachts an einem Busch Erleichterung verschaffte und eben das Pech hatte, daß Polizisten in jenem Momente ihres Weges kamen. Er ließ trotz wiederholter Aufforderung nicht vom Urinieren ab, leistete sozusagen blasenmäßigen Widerstand gegen die Staatsgewalt, und war anschließend nicht bereit 1.500,-- Forint Strafe zu bezahlen.)
Um die Menschen zur freiwilligen Einhaltung der Gesetze zu zwingen, wird staatlicherseits auf hintertriebene Methoden zurückgegriffen, die sich ein Normalsterblicher nicht einmal im Traume ausmalen möchte. Kindergartenkinder werden von den Behörden ausgeschickt, Zigaretten einzukaufen, mit wenig Erfolg, versteht sich. 17 ½jährige, die wie 20jährige aussehen, werden von den Behörden ausgeschickt, Zigaretten einzukaufen, mit mehr Erfolg versteht sich.
Ähnliche Methoden werden von der APEH, dem ungarischen Finanzamt, angewandt. Einem Bekannten von mir wurde sein Büffet in der Großen Markthalle zugedreht, weil eine sogeglaubte Großmutter mit ihrem Enkel an der Hand eines schönen Tages bei ihm Gulaschsuppe bestellte, zwei Scheiben Brot, diese auch erhielt, dazu den Kassenzettel. Gegen Ende des Tellers Suppe, schickte sie ihren sogeglaubten Enkel noch einmal um eine Scheibe Brot an die Pudel, der Bub bezahlte die zehn Forint, bekam jedoch keinen Kassenzettel. Die sogeglaubte Oma zückte unverzüglich ihren Ausweis – sie war ein verdeckter Ermittler der Steuerbehörde: Strafe wegen Steuerhinterziehung, Geschäft für zwei Tage geschlossen.
Also, wenn wir Raucher im Magyarenland nicht in einer Strafanstalt für Schwerverbrecher aufwachen wollen (neben einem Tauschbörschenbenützer vielleicht), müssen wir uns in Zukunft gründlich vorsehen. Denn in einem Land, in dem, wenn man sich die Kommuniqués und Verlautbarungen der Politiker, die Debatten im Parlament zu Gemüte führt, man meinen könnte, daß 365 Tage des Jahres die Narren das Sagen haben, der eine Abgeordnete den anderen in der Absurdität seiner Büttenrede um Häuser übertreffen will, muß man wirklich mit perversem Erfindungsreichtum der Behörden rechnen: Gebet keinem, den ihr nicht kennt, Feuer!
Das ungarische Rauchergesetz soll, ohnehin schon streng, in zwei Jahren so rigoros sein, wie jenes in Italien und Irland: eine Fortsetzung der saubermännischen Heuchelei der ungarischen Regierungen. Neben dem strengsten Drogengesetz Europas (nur Bestrafung – es sind weder Prävention noch Rehabilitation von staatlicher Seite vorgesehen) vielleicht auch noch das strengste Rauchergesetz?
Aus Ungarn könnte man ein klasses, liberales Ländchen machen – nach holländischem, schwedischem, nicht amerikanischem Vorbild. Doch das wird wohl nicht geschehen.
Zum Schluß eine Nachricht an alle Herrschenden der Erde: Sagt doch ab und zu mal “Danke“ zu eure Untertanen, vielleicht auch zu den Rauchern.

12. August 2005

Freitag, 15. Januar 2010

Szomszédommal való levélváltás

St. hat dir eine Nachricht gesendet.

Betreff: Rend

"Clemens! A lépcsőház megint tiszta sár, a folyosóajtóból az Éva takarította el. Hamár a Roma Holokauszt Emlékmű tisztaságát (nagyon becsülendően) annyira a szíveden viseled, és a lakásotok tisztaságára annyira ügyeltek, hogy a folyosón hagyott cipőitekben a szomszéd kislány majd' orrabukik, nem tennétek meg, hogy a közös területekre is jobban vigyáztok? Amibe persze az is beletarozik, hogy a sötétzödre festett házban nem fested neon-putrizöldre a lakásotok előtti falat. Ehhez ugyanis nem járult hozzá senki a házból. Köszönöm, Gábor"

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----- Original Message -----
From: Clemens Prinz
To: st.
Sent: Thursday, January 14, 2010 11:53 PM


kedves gábor!
nagyon sajnálom, hogy a magas igényeiteknek nem tudunk megfelelni.
clemens

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----- Original Message -----
From: St.
To: Clemens Prinz
Sent: Friday, January 15, 2010 12:12 AM
Subject: Re:


ínem gondolom, hogy túlságosan magas igény, hogy a lépcsőház ne legyen sáros a földszinttől a 4. emeletig és a folyosón ne legyen disznóól. A lakók közül nagyon sokan meg tudják ezt tenni anélkül, hogy többször fel kellene a figyelmüket hívni rá.

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----- Original Message -----
From: Clemens Prinz
To: st.
Sent: Friday, January 15, 2010 12:23 AM
Subject: Fw:


te nem tudhatod, a kosz egy gyerek velejárója. nem lehet mindig a gyerek után takarítani, mert akkor nem csinálnánk mást. te nem értheted ezt, mert úgy tudom, nincs gyereked.
és ami a disznóólat illeti, nyisd ki a bejárati ajtód és nézzél ki magatok elé.
további szép tv-nézést!
clemens

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----- Original Message -----
From: St.
To: Clemens Prinz
Sent: Friday, January 15, 2010 2:12 AM
Subject: Re:


Nekem nincs gyerekem, de a barátaimnak van. És az előtted itt lakónak is volt, mégsem volt sáros a lépcsőház. És ugye a fal előtted nem a gyerektől világoszöld?

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----- Original Message -----
From: Clemens Prinz
To: St.
Sent: Friday, January 15, 2010 11:21 AM
Subject: Re:


"Nekem nincs gyerekem, de a barátaimnak van. És az előtted itt lakónak is volt, mégsem volt sáros a lépcsőház. És ugye a fal előtted nem a gyerektől világoszöld?"

dehogy nem a gyerektől lett zöld:
http://www.youtube.com/watch?v=FB6JNdPvoWc

az "előttünk ittlakókat" sz. zoltánnak és m. lillának hívták, és a ház elkészülte és 2001 között 2x4 évig kiküldetésen voltak külföldön, tehát kb. 2 évet töltöttek itt. amikor itt voltak még nem piszkíthatta össze a "gyerek" (sz. bálint, színművészetire készül) sárral a lépcsőházat, mert túl kicsi volt, amkor megint itt voltak, már túl nagy volt.

a "szomszéd kislány, aki majd' orrabukik" igazából 2 fiatal nő, niki, aki csillagászatot tanul, és kinga, aki közgazdaságtant. győriek, és össze szoktunk járni beszélgetni. cipőink nem zavarják őket, direkt megkérdeztük.

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----- Original Message -----
From: St.
To: Clemens Prinz
Sent: Friday, January 15, 2010 12:16 PM
Subject: Fw:

Nézd Clemens, én ezen nem fogok veled vitatkozni. Tudom, hgy kit hogy hívnak és nem ez volt a mondandóm lényege.
Azt hittem, egy diplomás ember megérti, hogy egy közösségben nem teheti mindig azt, amihez épp kedve szottyan.
De úgy látszik, tévedtem.

Ez a különbség a demokrácia és az anarchia között. Akikre nagyon dühös vagy, hogy összemocskolták a roma holokauszt emlékművet (jogosan vagy dühös), ugyanezt csinálták.
Azt tették, amihez épp kedvük szottyant, mert ők ezt tartották helyesnek és nem érdekelte őket a közösség más tagjainak véleménye.

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----- Original Message -----
From: Clemens Prinz
To: St.
Sent: Friday, January 15, 2010 1:37 PM
Subject: Re:

gábor,
köszönöm, hogy leckét adsz demokráciából, mert ugye, fogalmam nincs, hogy mi az.
továbbá feletébb érdekes, hogy mindig az emlékművel jössz, mert azt összehozni öt kis darab sárral a lépcsőházban, tanubizonyságot ad arról, hogy nehezen megy neked a dolgok jelentőségének, ill. szimbolikus erejének a felismerése.
s ha a közösségben való életről beszélsz, seperhetsz a saját házad táján - mert volt feleségednek, úgy tűnik, fogalma nincs arról, hogy mit jelent ez. az egész utcában ismerik, mint a "tahó a 24-ből", mert minősíthetetlen módon ráordít emberekre az utcán vagy épp valamelyik boltban.
azt javaslom, tekintsük örökre befejezettnek ezt az évente kiújuló vitát - mert sokkal inkább befolyásolja a mi életünket, hogy nap mint nap hajnalig - néha már reggeltől - el kell viselnünk a vadászgéphangosságú házimozitokat (ez különben még egy jó pár embert ugyanúgy zavar a házban ) - de mi nem panaszkodunk, és nem oktatunk ki titeket "közösségben való viselkedésről" - és csukd be arra a 20 másodpercre, amit naponta a gangon töltesz, egyszerűen a szemedet. akkor nincs probléma.
éljétek a ti életeteket, mi éljük a miénket - s amivel folyton próbálkozol, az elképzeléseid ránk erőszakolásával, az nagyon messze van a demokráciától, ez annak a rendszernek a politikai ötlete, amiben felnőttél. egy közösségben egyének vannak, s ők nem azonosak, s nem alkalmazkodással és asszimilálódással viselkednek egymás iránt (egy diktatúrában esetleg igen), hanem toleranciával. a demokratikus szabadság azt jelenti, hogy nem csinálok olyat, hogy hátrány keletkezzen, esetleg bántódása essen a közössegben élő többi egyénnek. ilyet itt nem látok.
tehát tekintsük befezettnek ezt a vitát, de ha neked ez nem megy, megint beárulhatsz a közös képviselőnél vagy akárkinél, nem fog változni semmi, csak mind a ketten nagyon fel fogjuk baszni magunkat, ami ugyan jó edzés az érrendszernek, és a szívizomnak, de nem édesíti feltétlenül a hétköznapokat.
clemens

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----- Original Message -----
From: St.
To: Clemens Prinz
Sent: Friday, January 15, 2010 11:51 PM
Subject: Re:


Jellemző, hogy amikor kifogysz az érvekből, letahózod az Évát. Finom úri modor. Lehet, hogy téged nem zavar, ha fellöknek az utcán, vagy a képedbe fújják a cigarettafüstöt, de őt zavarja. Tudom, hogy ő se hiba nélkül való, mint ahogy én sem, de az emberek nagy része a saját tahóságát nem veszi észre, miközben másra rásüti ugyanezt. Ennyi! A házimozimat meg én nem hallom hangosnak, de ha valaki szól, hogy őt zavarja, lehallkítom. Bármilyen meglepő, ÉN meghallom, ha a másikat zavarja valamit, és nem megsértődöm rajta. És az is érdekes, hogy a Norbiékra például nem kellett "ráerőszakolnom", hogy ne legyen sáros a lépcsőház, maguktól is vigyáztak a tisztaságra. Pedig nekik is volt gyerekük.

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----- Original Message -----
From: Clemens Prinz
To: St.
Sent: Saturday, January 16, 2010 12:36 AM
Subject: Re:

milyen érveket kellene még felhoznom, hogy végre megértsd, hogy más az életszemléletünk?
én évát nem tahóztam le, ezt beszélik róla az utcában, téged sem tahóztalak le, tehát ki viselkedik itt finom úri módon?
én ezzel végleg befejezettnek tekintem ezt a vitát.
clemens

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----- Original Message -----
From: St.
To: Clemens Prinz
Sent: Saturday, January 16, 2010 12:44 AM
Subject: Re:

Szerintem te nem érted, hogy a különböző életszemlélet nem azt jelenti, hogy a közös környezetünket tönkreteheted kényed-kedved szerint. Nem azt mondtam, hogy miért fested a lakásod b
De úgysem érted, hiszen nem ilyen az életszemléleted. Ezért a vitát én is befejezettnek tekintem.

Freitag, 11. Dezember 2009

Er hob kein Augenlid...

André Heller spricht gegenüber dem Standard über die Politikmisere in Österreich und über die Anfänge der Grünen.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Hundescheiße am Holocaust-Denkmal

Das Zigeuner-Holocaust-Denkmal in Budapest wurde schon mehrere Male beschmiert, fürs Putzen fühlt sich aber weder der Bezirk noch die Stadt zuständig. Den Passanten fällt es nicht einmal auf, dass Hundescheiße an dem Denkmal klebt. Wir eine paar Österreicher, Deutsche und Ungarn haben am 29. November 2009 eine Putzaktion abgehalten, nachdem sich fast eine Woche lang nichts bezüglich Reinigung des Denkmals getan hat. Die Medien waren - mit Ausnahme der Népszabadság, hier aber auch nur die Online-Redaktion - nicht an unserer Aktion interessiert. Obwohl Ausländer in Ungarn, die Scheiße von einem Denkmal kratzen, doch zumindest einen kurzen Bereicht wert sein sollte.

Sonntag, 22. November 2009

Ungarischer Autor beklagt wachsenden Antisemitismus in seiner Heimat

Laszlo Földenyi: "Mir stehen die Haare zu Berge"

Laszlo Földenyi im Gespräch mit Joachim Scholl

Nach dem Literaturnobelpreisträger imre Kertész hat auch der ungarische Autor Laszlo Földenyi den wachsenden Rechtsextremismus und Antisemitismus in seinem Heimatland angeklagt. Er rechne damit, dass im kommenden Jahr eine rechtsextreme Partei im Parlament vertreten sein werde.

Joachim Scholl: 80 Jahre ist er gerade alt geworden, der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Imre Kertész. Als Kind hat der jüdische Autor Auschwitz und Buchenwald überlebt, sein ganzes Werk ist davon geprägt. Jetzt ist Imre Kertész mit seiner Heimat hart ins Gericht gegangen. Gegenüber der Zeitung "Die Welt" beklagte er in Ungarn einen starken Antisemitismus. Die Vergangenheit würde verdrängt, nichts sei aufgearbeitet. Am Telefon begrüße ich jetzt Laszlo Földenyi. Er gilt als einer der bedeutendsten Intellektuellen Ungarns, gerade hat er ein Imre-Kertész-Wörterbuch veröffentlicht. Guten Morgen, Herr Földenyi!

Laszlo Földenyi: Guten Morgen!

Scholl: Imre Kertész hat gesagt wörtlich: "Rechtsextreme und Antisemiten haben in Ungarn das Sagen. Die alten Laster der Ungarn, ihre Verlogenheit, ihr Hang zum Verdrängen gedeihen wie eh und je. Ungarn und der Faschismus, Ungarn und der Sozialismus, nichts wird aufgearbeitet, alles wird zugeschminkt mit Schönfärberei." Das ist der genaue Wortlaut von Imre Kertész' harter Kritik. Hat er recht?

Földenyi: Ja, Imre Kertész hat im Prinzip recht mit seinen Aussagen. Es herrscht seit einiger Zeit in Ungarn eine starke extrem rechte Opposition. Also sie sind noch nicht im Parlament, aber ab März oder April nächsten Jahres werden sie im Parlament auch drin sein.
Scholl: Wenn die Parlamentswahlen stattfinden?

Földenyi: Ja. Und damit kommt etwas zustande, was wir bisher nicht vorstellen konnten, nämlich dass eine rechtsextremistische Partei, die eigentlich mich sehr an die Pfeilkreuzler erinnert, die vor Ende des Krieges in Ungarn herrschten, also die sind jetzt wieder in Richtung Parlament. Und schon jetzt bestimmen sie sehr viel, also ich meine die Mentalität der Menschen, und sie bestimmen auch, was in den Rechtsorganen thematisiert wird.

Scholl: Nun haben wir schon seit längerer Zeit von diesen starken rechtsextremen Tendenzen in der ungarischen Gesellschaft gehört, also jetzt auch die rechtsradikale Partei Jobbik, auf die Sie anspielen, hat 15 Prozent bei den Europawahlen bekommen, eine paramilitärische, sogenannte ungarische Garde marschiert durch die Straßen in Uniformen, die an die Nazis erinnern. Es kommt immer wieder zu brutalen Übergriffen gegenüber der Roma-Minderheit.

Földenyi: Ja, ja.

Scholl: Woraus resultiert denn dieser ungarische Rechtsextremismus?

Földenyi: Also wir hatten einen sehr starken Rechtsextremismus zwischen den zwei Weltkriegen. Ich muss daran erinnern, dass in Europa, die Ungarn waren eigentlich die Ersten, die noch in 1920 die ersten sogenannten Judengesetze hervorgebracht hatten, und das dauerte zuerst bis 1928, als es aufgehoben wurde. Aber nicht, weil die Ungarn so gut geworden sind, sondern weil einfach die ausländische Politik das einfach nicht zugelassen hat. Aber als Deutschland im Dritten Reich unser Verbündeter wurde, dann hat es sich fortgesetzt, und Ungarn wurde eigentlich neben Hitler das schlimmste Land in dieser Hinsicht. Nach 45 kam plötzlich der Kommunismus, und alles wurde totgeschwiegen, 40 Jahre lang. Und man hat alles verdrängt, also nichts wurde gesagt, nicht einmal das Wort Jude wurde während des Sozialismus gebraucht. Und kein Wunder, dass nach 89 die Geschichte sich dort fortgesetzt hat, wo sie in 45 stillgestanden hat.

Scholl: Man bezeichnet dafür jetzt auch in der Statistik, also nur vier Prozent in der Generation der Ungarn von 18 bis 30 Jahren sollen wissen, was der Begriff Holocaust überhaupt meint. Also heißt das auch, dass sozusagen auch in der Schule da überhaupt nicht drüber gesprochen wird, das überhaupt auch in der Öffentlichkeit kein Thema ist?

Földenyi: Das würde ich nicht sagen. Also es gab jetzt in Ungarn einen Holocaust-Gedenktag im Frühjahr und fast in allen Schulen wurde darüber erinnert. Also so schlimm ist es doch nicht. Aber natürlich nicht die Schüler, nicht die Studenten sind diejenigen, die das allgemeine politische Klima in Ungarn bestimmen, sondern meine Generation, also die Mittelalten, mittlere Generation und die Älteren. Die wollen das natürlich, sehr viele wollen das verschweigen.

Scholl: Die Reaktion auf Imre Kertész' Kritik kam prompt und natürlich vor allem aus der rechten Ecke. Wer hat auf Imre Kertész' Kritik eigentlich reagiert?

Földenyi: Das war die rechte Presse. Also als dieses Interview in Deutschland erschien, am nächsten Tag wurde das innerpolitische Angelegenheit in Ungarn vonseiten der Rechten. Und was man zum Beispiel in Deutschland nicht vorstellen kann, eine große, also die größte rechte Zeitung erschien mit einem, auf der Titelseite: Der Jude übt Kritik auf Ungarn.

Scholl: So stand es in der Titelzeile?

Földenyi: Ja, ja, ja. Also das könnte man heute in Europa schwer vorstellen anderswo. In Ungarn geht das ohne Weiteres, und natürlich führt das zu einem sehr starken Antisemitismus. Also das führt nicht dazu, das ist schon ein Zeichen des latenten oder virulenten Antisemitismus.

Scholl: Die Kritik von Imre Kertész an seiner Heimat Ungarn. Deutschlandradio Kultur im Gespräch mit dem ungarischen Philologen Laszlo Földenyi. Herr Földenyi, in diesen Tagen hat man noch weitere Dinge aus Ungarn gehört, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. In der Wochenzeitung "Magyar Demokrata" wurde zur Errichtung einer Kulturpolizei aufgerufen. Also diese soll in Gestalt von drei bis vier Rabauken in den Bibliotheken die Bücher sogenannter linksliberaler Landesverräter entwenden oder Seiten beschmieren und herausreißen, Bücher etwa von Peter Esterhazy, György Konrad und Péter Nádas. Das sind allesamt Autoren von weltliterarischem Format. Haben diese Zeitungsleute völlig den Verstand verloren?

Földenyi: Nein, sie wissen sehr genau, was sie sagen. Und es geht nicht eigentlich. Also wenn Sie sagen, die sind linksliberal, das ist sehr höflich gesagt, aber in dieser Zeitung stand es, dass wir müssen einen heiligen Kampf führen …

Scholl: Es geht noch weiter: "Diese Leute sind Mörder", heißt es da wörtlich, "ihre Gifte sind aus unserem Organismus auszurotten." Also ich meine, das ist die Nazisprache des Stürmer, eigentlich unvorstellbar, wie das überhaupt möglich ist, so etwas öffentlich zu sagen heute in Europa, oder?

Földenyi: Ja, das ist unvorstellbar. Also in jedem Land der Europäischen Union würde diese Zeitschrift sofort verboten. Nun, diese Zeitschrift, also das ist eine Wochenzeitschrift, eine überregionale Wochenzeitschrift, das ist nicht nur sehr populär in Ungarn, sondern im vorigen Jahr genau diese Zeitschrift wurde von unserem zukünftigen Ministerpräsidenten als eine seiner Lieblingszeitschriften hervorgehoben. Er hat allen seinen Mitbürgern empfohlen, diese Zeitschrift zu abonnieren.

Scholl: Der ehemalige Premierminister Viktor Orbán ist das, der bei den Parlamentswahlen im April 2010 gute Chancen hat, mit seiner rechtskonservativen Allianz die Mehrheit zu bekommen.

Földenyi: Genau. Und [Anm. d. Red.: Auslassung, da unverständlich], also das ist eine moderate, also keine rechtsextreme Partei, aber die wollen keine Parteinahme in dieser Frage. Also das finde ich eigentlich sehr bemerkenswert, mir stehen die Haare zu Berge. Also ich finde das einfach geschmacklos.

Scholl: Welche auch politischen Kräfte vielleicht setzen sich denn eigentlich gegen diese Tendenzen zur Wehr, gibt es die?

Földenyi: Natürlich, es gibt eine linke Partei, eine sozialistische Partei, die sind zurzeit fast machtlos, und sie können damit auch nicht viel anfangen. Man spricht viel über Antifaschismus in Ungarn, aber das ist nicht Antifaschismus, das ist, also die Leute sind nicht Faschisten, sie sind, wie ich schon früher sagte, sie sind Pfeilkreuzler. Also das kommt aus der ungarischen Tradition, das ist keine deutsche oder keine Hitler-Tradition, das ist unsere eigene Tradition. Und damit kann auch die Linke eigentlich nicht viel anfangen.

Scholl: Die kritischen Äußerungen von Imre Kertész an Ungarn und einem immer stärker werdenden Antisemitismus der Rechtsextremen. Das war der Philologe Laszlo Földenyi. Ich danke Ihnen für das Gespräch, Herr Földenyi!

Földenyi: Ich danke Ihnen gleichfalls!

Quelle:
http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348687&datum=20091118&playtime=1258531770&fileid=d3dd21fb&sendung=348687&beitrag=1071976&/

Samstag, 21. November 2009

Magyar önismeret

Bartus László
2009. november 20.

Borzasztóan meg vannak sértődve a magyarországiak, hogy Kertész Imre miket mondott róluk. Pedig abban semmi meglepő nincs. A Kertész-vita tanulsága az, hogy a magyaroknak milyen hamis önképük van.

A magyarországiak még mindig azt hiszik, hogy nekik jó hírük van a világban. Szó sincs róla. Azt hiszik, hogy a leszavazott vizitdíj, a 13. havi nyugdíjról és fizetésről szóló viták, az égő Budapestről és a menetelő nyilasokról készült fotók, a legyilkolt cigányokról szóló hírek hatástalanok? Csak a magyarok hiszik, hogy rajtuk kívül mindenki hülye. Jobb, ha tudják, nem így van. Ma már nem szívesen vallja be külföldön az ember, hogy magyar, mert látszik az arcokon, hogy tudják, ez mit jelent. Udvariasságból próbálnak keresni valami jót, amit hirtelen a magyarokról mondhatnának, de nem olyan könnyű, aztán beugrik szerencsére Puskás neve és 1956. A magyarok elérzékenyülnek saját nagyszerűségüktől, hogy a magyar a legtehetségesebb nép. Hány Nobel-díjasuk van. Igen? És azok kik voltak?

Marton Kati írt egy könyvet, ami Magyarországon azzal a címmel jelent meg, hogy Kilenc magyar, aki világgá ment, és megváltoztatta a világot. A gyáva cím eltakarta a lényeget, hogy ez a kilenc magyar (sok honfitársával együtt) nem világgá ment szerencsét próbálni, mint Lúdas Matyi, hanem a magyarok elüldözték őket. Az amerikai kiadás címe már az volt, hogy A nagy menekülés: kilenc zsidó, akik elszöktek Hitler elől, és megváltoztatták a világot. A büszke magyar kebleknek nincs miért dagadni. Kati Marton azért nevezte zsidóknak a kilenc magyart Amerikában, mert ha magyarokat írt volna, a kutya nem olvassa el. Azt is meghamisította a marketing miatt a címben, hogy ezeket a zseniket Hitler üldözte el, és nem a magyarok. A könyv eladhatósága miatt jobban hangzott, hogy Hitler. Még azzal sem lehet eladni egy könyvet a világban, ha az üldöző magyar.

A magyar hamis önképnek az tett volna jót, ha Marton Kati Budapesten is kilenc zsidónak nevezi az elüldözött zseniket, mert a magyarok rendkívül büszkék azokra, akik valamit elértek a világban, de azzal nem hajlandók szembenézni, hogy ezeket a magyarokat ők zsidózták le, és ők zavarták el. Kertész Imre is közéjük tartozik. Elvitatták tőlük a magyarságukat, az életüket, semmi nélkül, megvetve kellett elhagyniuk az országot, közülük sokan nem élték túl. De a túlélők sikerei kellenének, és azon borzasztóan megsértődnek, ha valaki nem akar közülük ezek után magyar lenni. Nem ismerek egyetlen magyar zsenit, aki elismerten, közmegbecsüléstől övezve, boldogan élte volna le az életét Magyarországon. Akikre a magyarok büszkék, azokat mind vagy megölték, vagy megkínozták, vagy elüldözték, vagy otthon megalázták. Megdöbbenne a jóságos magyar nép, amely soha nem tehet semmiről, hogy milyen hosszú ez a lista. És nemcsak zsidókról van szó. Bartók Béla nem volt zsidó, de ő is menekült a magyar fasiszták elől. New Yorkban a Central Parkba járt lószart szagolni, ha honvágya támadt, ez emlékeztette leginkább Magyarországra. Ezt utolsó tanítványa mondta el. A náciktól nemcsak zsidók undorodnak, hanem minden rendes ember.

Amikor egy magyar megérkezik New Yorkba, azt hiszi, hogy megjött az ész. Ha nem fut el idő előtt, és tényleg van egy kevés esze, hamar rájön arra, hogy mások sem rosszabbak, más nemzetek fiai is tehetségesek. Legfeljebb nem annyira önteltek. Belátja, hogy az állandóan hülyézett amerikaiak nem is olyan hülyék, és valamiért mégiscsak meggazdagodtak, jól élnek, működőképes országban laknak, amit a mindenkinél okosabb magyarokról nem lehet elmondani. És ezt nem a magyaroknak köszönhetik, nem a magyarok tették sikeressé Amerikát. Feltéve, ha azt nem vesszük figyelembe, hogy a világ ősnépe a magyar volt, és mindenki a magyaroktól származik.

New Yorkban mostanában kevesebb a (fekete)munka, de vannak olyan nemzethez tartozók, akiknek most is sok munkájuk van. A magyarok nem tartoznak közéjük. A kínaiak, a mexikóiak, indiaiak és mások jobban dolgoznak, egyetlen szó nélkül és megbízhatóak is. A magyaroknak nincs ilyen hírük. Ott kapnak munkát, ahol magyarul kell tudni, mert koreai arra nem képes. Kevesen tanulták meg a világ ősnyelvét.

A magyarok büszkék, ha egy forgóajtón a magyar megy be utoljára, de a magyar jön ki elsőnek. Ez így igaz. De ez nem erény, kedves honfitársak, ezt itt bunkóságnak nevezik. A világ más részein azok jutnak előbbre, akik elsőnek mennek be a forgóajtón és utolsónak jönnek ki. Ezt megtanulhatnák a magyarok például a zsidóktól, van Budapesten elég, nekik még sok is. De azokkal most is úgy bánnak, mint a kilenc zsenivel, aki elmenekült tőlük.

Tájékoztatjuk kedves honfitársainkat, hogy a világ más részéből hazatérve, Budapest egy koszfészek, már a Ferihegyi repülőtéren megüti az embert a cigarettafüst, mintha a Fradi pályán lenne. Valóban egy Balkán, ahogyan azt Kertész Imre mondta. Ezen csak az háborodik fel, aki még nem élt máshol.

Kertész Imre visszafogottan nyilatkozott. Majdhogynem szépített. A helyzet súlyosabb. A magyarok nem véletlenül tartanak ott, ahol tartanak. Meg kellene hallgatni, amit a legutóbbi Nobel-díjasuk mond. Lehet, hogy nem véletlenül kapott Nobel-díjat, és több esze van, mint azoknak, akik kígyót és békát kiabálnak rá.

Quelle: http://www.nepszava.com/index.php?topic=1&page=4516

Mittwoch, 18. November 2009

In Ungarn müssen sich Juden wieder fürchten

Das Interview mit Imre Kertész auf WELT ONLINE sorgt für Aufregung. Von der Rechten wird der Literaturnobelpreisträger scharf attackiert. Doch der Antisemitismus in Ungarn wächst besorgniserregend. Publizist Paul Lendvai erklärt, warum sogar "demokratische" Medien die Vernichtung linksliberaler Schriften fordern.

Mit seinem offenherzigen Interview hat der 80-jährige Literaturnobelpreisträger Imre Kertész – übrigens nicht zum ersten Mal – in das Wespennest des ungarischen Antisemitismus' gestochen. So wie seinerzeit Karl Kraus und Thomas Bernhard das österreichische Bürgertum mit ihrer radikalen Wortwahl schockiert hatten, so lösten seine sarkastischen Bemerkungen im rechten Lager einen Sturm der Entrüstung und selbst bei vielen Liberalen Kopfschütteln aus.

Der herausragende Literaturkritiker Sandor Radnoti zog mit dem Titel "Der Beleidigte" die Schlussfolgerung, Kertész sei mit seiner unbarmherzigen Satire schmerzlich, unmissverständlich und charakteristisch - ungarisch!

Es geht bei dem jüngsten Streit um Kertész nicht wirklich um seine abfälligen Bemerkungen über das Ungarn von heute. Der Schriftsteller, der alle seine Bücher auf Ungarisch schrieb, wurde vor dem 2002 zugesprochenen Nobelpreis in seinem Land kaum wahrgenommen. Da er sich in seinem großen "Roman eines Schicksallosen" und in anderen Werken in erster Linie mit der Erfahrung von Verfolgung und versuchter Vernichtung, mit den totalitären Ideologien beschäftigt hat, war der Nobelpreis nicht nur die Anerkennung der großen Literatur eines kleinen Volkes, sondern auch eine Ohrfeige für die Antisemiten.

Was nämlich Kertész (freilich nicht nur er) über die fehlende Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit Ungarns sagt, stimmt leider, wie auch sein Befund, dass die Lage sich in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich verschlechtert habe.

Jüngste Umfragen, veröffentlicht von der Soziologin Maria Vasarhelyi, enthüllen, dass zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung meinen, dass die Juden in der Geschäftswelt in Ungarn zu mächtig seien, sieben Prozent mehr als vor zwei Jahren. Bei der jungen Generation (zwischen 18 und 30 Jahren) beträgt dieser Prozentsatz "nur" 52 Prozent. Rund 40 Prozent der Erwachsenen glauben , dass den in Ungarn lebenden Juden die Interessen Israels wichtiger seien als jene ihres Heimatstaates; bei den Jungen fällt dieser Anteil auf 27 Prozent.

Trotzdem findet die Soziologin die Infizierung der jungen Generation durch antisemitische Vorurteile bedenklich. Offene Ausgrenzung der Juden vertreten 30 Prozent und verschiedene antisemitische Stereotypen 29 Prozent der befragten Jugendlichen.

Der außerordentlich hohe Prozentsatz der "ich weiß nicht" Antworten spiegelt nur die Tendenz zum Verbergen der Vorurteile. Wenn man auch die noch viel virulentere roma-feindlichen Meinungen in Betracht zieht, ist die Schlussfolgerung beklemmend: Nur jeder zehnte junge Ungar sei offen und tolerant; etwa 20 Prozent, wenn auch nicht vorurteilsfrei, identifizieren sich nicht mit offen rassistischen Meinungen.

Diese Zahlen bilden den Hintergrund zur besorgniserregenden Radikalisierung der politischen Atmosphäre in Ungarn. Zu der Serie von blutigen Anschlägen gegen Roma, zu dem Vormarsch der rechtsradikalen "Jobbik" Partei (15 Prozent bei den Europawahlen) und (trotz Verbot) zu den Aufmärschen ihrer paramilitärischen Ungarischen Garde in an die Nazi Zeit erinnernden Uniformen.

Die regierenden und zerstrittenen Sozialisten, die für die trostlose Wirtschaftslage in erster Linie verantwortlich sind, befinden sich vor den im April 2010 anstehenden Parlamentswahlen im freien Fall. Ihre Verbündeten, die linksliberalen Freien Demokraten (SzDSz), sind als politische Gruppe praktisch nicht existent.

Die einzige intakte politische Kraft ist die von dem ehemaligen Premierminister Viktor Orban geführte rechtskonservative national betonte Allianz, die Fidesz. Sie dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit die absolute, möglicherweise sogar die Zweidrittelmehrheit erringen. Mit dem sicheren Sieg in Reichweite verhält sich die Orban-Partei äußerst vorsichtig. Sie distanziert sich nicht offen von der berüchtigten Garde, noch von den extremen Thesen der Rechtsradikalen, weil sie die rechten Randgruppen nicht an die "Jobbik"-Partei verlieren will.

In einem bemerkenswerten Aufsatz betont der bedeutende ungarische Schriftsteller Ivan Sandor die Gefahr der verspäteten Distanzierung der Rechten von den Rechtsradikalen: Statt der "verschönten Scheinvergangenheit" müsse man deutlich aussprechen, dass vom Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie und nach dem schrecklichen Zwischenspiel der kurzweiligen "Räterepublik" 1919 mit rotem und anschließendem weißem Terror alle rechtsgerichteten ungarischen Regierungen den Weg zum verhängnisvollen Bündnis mit Hitler-Deutschland und damit auch zum ungarischen Holocaust geebnet haben.

Tragödie des Judentums ist Tragödie des Ungartums

Der ungarische Historiker György Ranki hat darauf hingewiesen, dass sich die Juden nirgendwo in Osteuropa mehr mit einer Nation identifiziert haben als in Ungarn. Deshalb war die Tragödie des Judentums auch eine Tragödie des Ungartums.

Drei Judengesetze(1938-1941) zerstörten die Existenz von Hunderttausenden Menschen, und nach dem Einmarsch der Deutschen am 19. März 1944 lief die "Endlösung" auf Hochtouren. Unter Aufsicht Adolf Eichmanns und seiner Schergen hat die ungarische Polizei in knapp sieben Wochen 437.402 Juden in 147 Zügen nach Auschwitz deportiert. Insgesamt 564.000 ungarische Juden wurden, zum Teil auf den Straßen von Budapest, umgebracht. Heute leben schätzungsweise nur noch 80.000 bis 100.000 Juden in Ungarn, überwiegend in Budapest.

Wie ist es dann möglich, dass in der Generation von 18 bis 30 Jahre nur vier Prozent wissen, was das Wort Holocaust bedeutet? Nur 13 Prozent können die Zahl der Opfer bemessen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass in dem heuer zum Abitur vorgeschriebenen "Historischen Atlas" die Schüler kein einziges Wort über die Judengesetze, den Holocaust und die Deportationen fanden.

Zugleich erscheinen jene Bücher ungehindert weiter, die 1944 den Hass gegen die Juden propagierten. Polizisten, die gegen verbotene rechtsradikale Demonstrationen auftreten, werden als "dreckige Juden" beschimpft. Eine Europaabgeordnete der rechtsradikalen "Jobbik"-Partei behauptet, dass die Juden, die weniger als ein Prozent der Bevölkerung ausmachen, Ungarn besetzten. Ungarn müsse daher vor dem Schicksal Palästinas gerettet werden.

"Jüdisches Großkapital"

Kürzlich wurde bekannt, dass der Fidesz-Abgeordnete und Bürgermeister der Stadt Edeleny, Oszkar Molnar, in Reden und Interviews behauptet hatte, dass das "jüdische Großkapital die ganze Welt und auch Ungarn übernehmen möchte, dass eine große jüdische Einwanderung zu erwarten sei und viele Kinder in Jerusalem deshalb bereits ungarisch lernen".

Er sagte auch, dass schwangere Roma-Frauen mit dem Gummihammer auf ihren Bauch schlügen und Medikamente einnehmen würden, um kranke Kinder zur Welt zu bringen und dadurch doppelte Kinderbeihilfe zu ergattern. Molnars Parteichef Viktor Orban fand solche Bemerkungen zwar "peinlich", lehnte aber die Forderung nach einem Ausschluss des Bürgermeisters aus der Fidesz-Fraktion ab.

Dieser Tage rief das Wochenblatt "Magyar Demokrata" (Ungarischer Demokrat) zur "Errichtung einer Kulturpolizei auf, bestehend aus drei- bis vierköpfigen Sonderkommandos auf". Diese sollen die Bücher "linksliberaler Landesverräter" (György Spiro, György Konrad, Peter Esterhazy und Peter Nadas) aus den Bibliotheken entwenden und, wenn dies nicht möglich ist, die Blätter zumindest beschmieren und zerreißen.

"Wir sollten keine moralischen Hemmungen haben. Diese Leute sind Mörder, ihre Gifte sind aus unserem Organismus auszurotten", forderte der Redakteur des Blattes und rief "zum Kampf, zum heiligen Krieg" auf. Angesichts der Empörung in und außerhalb Ungarns versuchte der Chefredakteur die beispiellosen Angriffe gegen die herausragenden und - mit der Ausnahme Esterhazys - jüdischen Autoren als eine "witzige Betrachtung" hinzustellen.

All das - von den antisemitischen Sprechchören und Transparenten ("Holocaust ist eine Lüge") bei Fußballspielen bis zu den rassistischen, juden- und roma-feindlichen Ausbrüchen in Tageszeitungen, TV- und Radiosendern - mag nur die Spitze des Eisbergs sein. Mit den Worten György Konrads: "Die Freiheit erscheint als die Freiheit des Neofaschismus." Die Juden in Ungarn haben (wieder) Angst. Wer kann es ihnen verdenken?

Der aus Ungarn stammende und in Österreich lebende Publizist Paul Lendvai ist Herausgeber der "Europäischen Rundschau" und einer der großen Osteuropaexperten im deutschsprachigen Raum. Seine Bücher über die "Ungarn" und den "Ungarnaufstand" sind Standardwerke und noch immer erhältlich.

Quelle: URL: http://www.welt.de/kultur/article5240553/In-Ungarn-muessen-sich-Juden-wieder-fuerchten.html

Sonntag, 8. November 2009

"Ich schreibe keine Holocaust-Literatur, ich schreibe Romane"

Von Tilman Krause
Ein Gespräch mit dem Literaturnobel- und WELT-Preisträger Imre Kertész über seine Wahlheimat Berlin, seine Auffassung von Autorschaft und seine Erfahrungen mit dem Totalitarismus


Die Welt: Verehrter, lieber Herr Kertész, am 9. November werden Sie 80 Jahre alt, aber das schönste Geschenk zu diesem Geburtstag bekommen nicht Sie, sondern jemand anderes.

Imre Kertész: Ach ja? Wer denn?

Die Welt: Die Stadt Berlin! Weil Sie immer noch in ihren Mauern leben.

Kertész Aber was reden Sie da - ich bin ein Berliner!

Die Welt: Komisch, irgendwo habe ich gelesen, Sie stammten aus Budapest...

Kertész: Lieber, Sie lesen zuviel. Lassen Sie mich Ihnen sagen: Ich bin ein Großstädter, bin es immer gewesen. Ein Großstädter gehört nicht nach Budapest. Die Stadt ist ja vollkommen balkanisiert. Ein Großstädter gehört nach Berlin!

Die Welt: Was fasziniert Sie hier bloß so?

Kertész: Da könnte ich Ihnen vieles nennen. Lassen Sie mich zwei Dinge hervorheben. Berlin ist die musikalischste Metropole der Welt. Das ist ein entscheidender Grund für mich, hier zu leben, seit acht Jahren nunmehr. Als ich noch in Budapest wohnte, musste ich mit meinem kleinen Transistorradio immer ins Badezimmer gehen, wenn ich Musik hören wollte. Nur da hatte man einen guten Empfang. Hier haben wir drei Opernhäuser, die ich jederzeit besuchen kann, dazu die großartigen Philharmoniker. Für einen Musikfan sind das paradiesische Zustände. Und dann die friedliche, urbane Atmosphäre der Stadt. Gerade hier in Charlottenburg. Sowie es einigermaßen schön ist, ziehen die Leute auf die Straße, sitzen auf den Kaffeehaus-Terrassen. Dort lesen sie, essen und trinken sie, flirten sie. Im Sommer ist doch Berlin eine einzige öffentliche Wellness-Landschaft, was sage ich, eine Wohlfühl-Sauna. Jeder tut, was er will, und zwar auf die selbstverständlichste Art von der Welt. Es gibt keinen Stress, keine Aggression. Die Menschen sind freundlich zueinander, sind freundlich zu mir, so habe ich es vom ersten Moment an erlebt, und so ist es bis heute geblieben.

Die Welt: Und da kann Budapest nicht mithalten? Als Sie mir die Stadt vor zehn Jahren gezeigt haben, ging es dort doch auch bunt und fröhlich zu.

Kertész: Das hat sich Ihnen als Tourist so dargestellt. Das war aber nur Fassade. Ich bin gerade wieder zehn Tage dagewesen. Die Lage hat sich in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich verschlechtert. Rechtsextreme und Antisemiten haben das Sagen. Die alten Laster der Ungarn, ihre Verlogenheit und ihr Hang zum Verdrängen, gedeihen wie eh und je. Ungarn im Krieg, Ungarn und der Faschismus, Ungarn und der Sozialismus: Nichts wird aufgearbeitet, alles wird zugeschminkt mit Schönfärberei.

Die Welt: Sie sind in Budapest geboren, Sie haben dort ihre Kindheit verbracht, sind nach der Befreiung von Buchenwald aus dem KZ dorthin zurückgekehrt. Hier entstanden ihre wichtigsten Werke, für die Sie 2002 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurden, allen voran das Jahrhundert-Buch "Roman eines Schicksallosen", 1975 nach zwölfjähriger Arbeit fertiggestellt und veröffentlicht. Gibt es an Ihrem Land mit seiner ungemein reichen literarischen Landschaft denn rein gar nichts, dem Sie sich verbunden fühlen?

Kertész: Ich bin ein Produkt der europäischen Kultur, ein Décadent, wenn Sie so wollen, ein Entwurzelter, stempeln Sie mich nicht zum Ungarn. Es reicht, dass Ihre Landsleute mich zum Juden gemacht haben. Rassische, nationale Zugehörigkeiten gelten nicht für mich. Und um auf Ihre reiche ungarische Literaturlandschaft zu kommen, ich werde Ihnen etwas verraten: Während all der sozialistischen Jahre habe ich kein einziges der staatlich genehmigten ungarischen Bücher gelesen. Mein Geschmack hat das einfach nicht gefressen. Immer, wenn ich es versucht habe, kippte mein Magen um. Natürlich gibt es ein paar ungarische Autoren, die ich sehr verehre, wunderbare Sprachkünstler, dekadente Spielernaturen, deren Namen Ihnen in Deutschland gar nichts sagen werden: Gyula Krudy zum Beispiel, der von 1878 bis 1933 lebte, oder Dezsö Szomory, ein Zeitgenosse Krudys. Beide waren übrigens auch gleichzeitig großartige Essayisten...

Die Welt: Wie Sándor Márai, den Sie auch gelten lassen?

Kertész: : Wie Sándor Márai, dessen Tagebücher ich für ganz vorzüglich halte. Seine Romane weniger, sie sind nicht auf der Höhe der Moderne. In Ungarn hat es die literarische Moderne nicht gegeben. Erst lange nach dem Krieg haben Peter Nádas und ich sie nachgeholt, dann kam schon die Postmoderne mit Peter Esterházy. Aber als ich jung war, als ich ein Schriftsteller wurde, habe ich die europäische Literatur gelesen, vor allem die deutsche.

Die Welt: Wer hat Sie besonders beeinflusst?

Kertész: Thomas Mann, keine Frage! 1954 hat Georg Lukácz die ersten Thomas-Mann-Texte nach dem Krieg herausgebracht, die ich verschlang. Das hat mein Leben verändert, "Tod in Venedig", "Wälsungenblut"...

Die Welt: Ausgerechnet "Wälsungenblut" mit seinen antijüdischen Karikaturen...

Kertész: Mich interessieren nicht Gesinnungen, mich interessiert Ästhetik. Und Hand aufs Herz: neureiche, protzige Juden, wie Thomas Mann Sie in "Wälsungenblut" um 1910 darstellte, gab es nun mal auch. Warum soll man das dem Autor vorwerfen?

Die Welt: Nach Auschwitz kann man das vielleicht nicht mehr so unbefangen goutieren.

Kertész: Das mag sein. Aber mich stört es nicht. Sie wissen, ich denke sehr eigenwillig über die Shoah. Ich bin, wie Jean Améry, ein nichtjüdischer Jude, da kommen wir wieder zu den kollektiven Identitäten. Die liegen mir nicht. Ich mag auch keine Volksmusik. Klezmer ist langweilig.

Die Welt: Und doch haben Sie in vielen Büchern über den Holocaust geschrieben.

Kertész: Ich habe über den Holocaust geschrieben, weil ich diese einzigartige Erfahrung, diese für das 20. Jahrhundert so zentrale Erfahrung machen musste, machen konnte - weil ich in Auschwitz war und in Buchenwald. Bedenken Sie: was für ein Kapital! Aber ich habe keine Holocaust-Literatur geschrieben, ich habe Romane geschrieben! Ich bin ein professioneller Schriftsteller. Ich habe mich an jedem gelungenen Satz, an jedem treffenden Wort gefreut, das mir geglückt ist. Mein Ehrgeiz war immer und vor allem anderen ein künstlerischer.

Die Welt: Liegt es daran, dass Sie über die Vernichtung der Juden nicht moralisch schreiben?

Kertész: Unter anderem liegt es auch daran. Und noch etwas kommt hinzu: Man darf die versuchte Vernichtung, man darf den rassischen Antisemitismus des 20. Jahrhundert nicht isoliert sehen. Man muss ihn im Zusammenhang der großen Epochenerfahrung sehen, und die ist der Totalitarismus. Und der Totalitarismus war mit dem Ende der Nazi-Herrschaft nicht vorüber. An einem Land wie Ungarn sehen Sie überdies, dass auch der Antisemitismus mit den Nazis nicht unterging.

Die Welt: Wer Ihre Bücher liest, nicht nur den "Roman eines Schicksallosen", sondern dessen Fortsetzung, den Roman "Fiasko", oder Ihren letzten Roman, "Liquidation", dem fällt sofort der sehr spezielle Kertész-Ton auf, etwas Ironisches, Spöttisches, Sarkastisches. Haben Sie sich diesen Stil mühsam erarbeitet, oder gilt hier die Devise "Le style c'est l'homme"?

Kertész: Ja, das ist tatsächlich meine Natur.

Die Welt: Wir sprachen eingangs von Geburtstagsgeschenken. Gibt es etwas, das Sie sich zu Ihrem 80. Geburtstag ganz besonders wünschen?

Kertész: Ich wünsche mir, was ich auch allen anderen Menschen wünsche: Frieden und Kultur.

Quelle: www.welt.de

Freitag, 30. Oktober 2009

Bologna den Prozess machen

Assoziationen zu einem Transparent der protestierenden Studenten zum sogenannten Bologna-Prozess - nebst einigen Klarstellungen zur Kritik von Forschungsökonomen an einem angeblich "antiquierten Bildungsideal" - Von Konrad Paul Liessmann

Seit einigen Tagen prangt im Stiegenhaus des Neuen Institutsgebäude der Universität Wien ein Transparent, auf dem zu lesen ist: "Macht Bologna den Prozess" . Die Ironie dieser Forderung enthüllt sich allerdings erst dem voll und ganz, der noch die leuchtenden Augen vor sich sieht, mit denen Bildungspolitiker und Universitätsreformer den "Bologna-Prozess" als entscheidenden Schritt zur Konstitution eines europäischen Hochschulraumes sahen, der nicht nur der EU enorme Wettbewerbsvorteile verschaffen, sondern auch die wirklichen oder vermeintlichen Schwächen kontinentaler Hochschultraditionen - lange Studiendauer, große Zahl von Studienabbrechern, unzureichende Berufsvorbildung, fehlende Exzellenz - mit einem Schlag beseitigen sollte.

Dass die Kritik am Bologna-Prozess nun zum Auslöser und einem zentralen Angelpunkt der studentischen Proteste geworden ist, sollte auch dann zu denken geben, wenn man solchem Aktionismus nicht unbedingt etwas abgewinnen kann. Aber allein der Witz, mit dem diese Kritik mitunter vorgetragen wird, zeugt von einer anarchischen Kreativität, die man der angeblich angepassten Studentengeneration des Konkurrenzzeitalters kaum mehr zugetraut hätte. Man wird sehen, wie sich diese Bewegung entwickelt und ob es ihr gelingt, sich vor drohenden ideologischen Verhärtungen zu schützen, die eine wache Kritik schnell in eine dogmatische Blindheit umschlagen lassen können.

Wie aber macht man dem Bologna-Prozess den Prozess? Und warum sollte man? Der im Jahre 1999 von den europäischen Bildungsministern initiierte Bologna-Prozess hat offenbar eine Eigendynamik entwickelt, die weder aus den ursprünglichen Intentionen noch aus dem Willen der Beteiligten und Betroffenen erklärt werden kann. Denn tatsächlich wird niemand etwas gegen einen europäischen Hochschulraum, Verbesserung der Studienmöglichkeiten durch Steigerung der Mobilität, vereinfachte Verfahren bei der wechselseitigen Anerkennung von Abschlüssen und Qualifikationen sowie eine maßvolle Berufsorientierung der Studien einwenden können.

Paradoxe Anforderungen


Viel mehr als diese Gesichtspunkte und einige Hinweise zu ihrer Umsetzung enthält die ursprüngliche Bologna-Erklärung auch gar nicht. Dass daraus ein starrer Schematismus wurde, mit aufgeblähten Verwaltungen, vollgestopften Studienplänen, unnötigen Evaluierungen und zahllosen Reglementierungen gehört zu jenen Transformationen, die Anlass zur Frage geben, was an gesellschaftspolitischer Zielsetzung sich nun "eigentlich" dahinter verbergen mag.

Generell sehen sich die Universitäten durch diesen Prozess immer paradoxeren Anforderungen ausgesetzt. Einerseits soll die Akademikerrate signifikant erhöht, anderseits Studienplätze kontingentiert werden; einerseits soll die Qualität der Studiengänge steigen, andererseits sollen sie kostengünstiger werden; einerseits sollen die Universitäten autonom agieren, andererseits müssen sich alle den gleichen Standards beugen; einerseits sollen die Anforderungen erhöht werden, andererseits soll es mehr Absolventen geben; einerseits soll die Mobilität zunehmen, andererseits soll in Mindestzeit studiert werden; einerseits sollen die Grundstudien berufsqualifizierend sein, andererseits sollen sie die Grundlagen für eine weitere wissenschaftliche Ausbildung liefern. Die Liste ließe sich fortsetzen. Die aktuellen Proteste können auch als Ausdruck dafür gesehen werden, dass ohne Reibungsverluste auf Dauer solche Widersprüche nicht auszuhalten sind.

Nehmen wir als ein Beispiel für diese Entwicklung die Humboldtsche Idee der Einheit von Forschung und Lehre. Natürlich zitieren Philosophen - auch wenn sie dabei "die letzten" sind (vgl. Andreas Schibanys Diskussionsbeitrag im Standard vom 29. 10.) - gerne Humboldt. Denn dieser hatte gründlich über die Fragen der Organisation eines höheren Bildungswesens nachgedacht - was man von seinen Kritiken nicht immer behaupten möchte. Seine Grundüberlegung war dabei so klar und einfach, dass sie auch von Bildungsökonomen nachvollzogen werden könnte: In modernen Gesellschaften nimmt die Bedeutung der Wissenschaften zu. Wissenschaft ist dabei nicht nur ein Verfahren zur Grundlegung technischer oder sozialer Anwendungen, sondern überhaupt die Art und Weise, in der aufgeklärte Menschen ihr Welt- und Selbstverhältnis artikulieren. - Es gibt nun drei Arten, prinzipiell damit umzugeben: Man kann in Forschungsinstitutionen das Wissen hervorbringen; man kann in Schulen das Wissen vermitteln; und man kann an Universitäten das Wissen gleichzeitig hervorbringen und vermitteln - und nur solch eine Institution wird der gesellschaftlichen Bedeutung der Wissenschaften in vollem Umfang gerecht.

Wer eine reine Lehrinstitution will, diese aber "Universität" nennt, betreibt also mindestens einen Etikettenschwindel. Was nicht bedeutet, dass es nicht solche Lehrinstitutionen geben soll und geben muss und dass nicht viele Ausbildungsgänge an solch einer Institution gut aufgehoben wären. Aber wo Universität drauf steht, sollte auch Universität drinnen sein. Und dies meint nun einmal auch die die Inanspruchnahme einer Freiheit, die nichts mit Leistungsunwillen, aber viel damit zu tun hat, dass wissenschaftliche Neugier, Kreativität und Enthusiasmus weder steuerbar noch planbar sind. Diese Faktoren und ihre Entfaltung sind für die vielbeschworene Ökonomie allerdings alles andere als bedeutungslos. Ein echter Humboldtianer wird deshalb immer behaupten, dass seine Universität letztlich auch ökonomisch effizienter, wissenschaftlich innovativer sowie gesamtgesellschaftlich gesehen profitabler ist als eine rigide auf kurzfristige Effizienz getrimmte Qualifizierungsanstalt.

Die Universität, die sich als Resultat des Bologna-Prozesses und diverser Reformen abzeichnet, sieht allerdings anders aus: Ein teilprivatisiertes kundenorientiertes Unternehmen, das unterschiedliche Segmente des Bildungsmarktes bespielen soll und seinen Output in den nun getrennten Bereichen Forschung und Lehre penibel planen möchte. Die Gewinner sind die Uni-Leitungen und ihre Bürokratien sowie die Agenturen, die diese Prozesse organisieren und überwachen.

Reform gescheitert


Aber auch an ihren eigenen Kriterien gemessen, ist dieses Modell nicht gerade von Erfolg gekrönt. Denn von den ursprünglichen Zielen der Reformen wurde - bisher zumindest - keines erreicht. Die Mobilität hat nicht zu- sondern abgenommen, aufgrund starrer Curricula ist der Wechsel der Studienorte schwieriger denn je, die Situation der frisch gebackenen Bachelors am Arbeitsmarkt ist auch jenseits der aktuellen Krise nicht besonders rosig, und auch die Studienzeiten haben sich nicht drastisch verkürzt. Sogar im Sinne der Bologna-Planer ist deshalb eine Reform der Bologna-Reform unausweichlich. Dem Bologna-Prozess den Prozess zu machen, bedeutet auch, auszuloten, welche Handlungsspielräume dafür auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene gegeben sind.

Einiges zeichnet sich dabei schon jetzt ab: Der dreijährige Bachelor wird aufgeweicht und verlängert werden, die Modularisierung der Studienpläne kann und wird in vielen Bereich zurückgenommen werden, die ECTS-Verrechnungen werden an Bedeutung verlieren, und es ist durchaus mit Bologna vereinbar, Studieneingangsphasen als echte Orientierungssemester zu gestalten, an denen das Interesse und die Eignung für eine wissenschaftsorientierte Ausbildung erfahren und gegebenenfalls korrigiert werden kann. Und dass mit prekären Beschäftigungsverhältnissen auf Dauer weder eine anspruchsvolle Lehre noch eine exzellente Forschung gewährleistet werden können, wird allmählich auch jenen dämmern, die in menschlicher Arbeitskraft prinzipiell nur ein Einsparungspotenzial sehen.

Und weil so gerne von knappen Ressourcen und ihrer effizienten Verwendung gesprochen wird, eine kleine Anregung zum Schluss: Wie wäre es, wenn Bildungsökonomen, anstatt sich über Humboldt herzumachen, einmal ausrechneten, was an materiellen und geistigen Ressourcen, was an Engagement und Zeit durch ein Reformjahrzehnt verschwendet wurde, das keines seiner proklamierten Ziele erreicht hat? (Konrad Paul Liessmann, DER STANDARD, Printausgabe, 31.10.2009)

Zur Person: Der Philosoph und Essayist lehrt an der Universität Wien und veröffentlichte u. a. sozusagen das Buch zur Stunde ("Theorie der Unbildung", Zsolnay 2008).