Dienstag, 24. Juli 2012
Tévhitoszlatás az Ausztriában való egyetemre járás kapcsán
Most hozták nyilvánosságra a ponthatárokat, sok ember nem kapott helyet vagy fizetnie kell az egyetemre járásért. Ki gondolta volna, hogy pl. Ausztriában azt tanulhatod az egyetemen, amit csak akarsz? Ausztriában két kivétellel nincs felvételi, nincsenek ponthatárok: Ha úgy döntesz, hogy közgazdaságtanra akarsz járni, akkor oda jársz, ha török nyelvszakra, akkor oda stb. A pszichológiára meg az orvostudományra van felvételi, ami inkább a készségeket csekkolja, nem a tudást. Tehát ezekkel a vizsgákkal azt akarják ellenőrizni, hogy nem vagy-e hülye.
Aztán egyszerűen be kell iratkozni és félévente hökös tagdíjat fizetni, ami olyan 15 euró körül van.
Tandíjat nem kell fizetni - csak ha az előírt plusz 2 félévnél több szükséges a tanulmányok befejezéséhez, akkor kell -, de ha az ember rendesen dolgozik vagy gyereket nevel, felmentést lehet kérni az alól is. Röghöz kötés nincs.
Rendesen bejelentett lakcímmel jár mindenféle (utazási) kedvezmény.
Lakás/albérlet - Grácban pl. már 280 euróért lehet kapni 70 m2-es lakást, kollégiumot 2 ágyas szobában 190 eurótól (http://www.home4students.at/ pl). Bécs drágább, de más városok, mint pl. Linz, Klagenfurt, Innsbruck olcsóbbak.
Az élelmiszer az Aldiban (AT-ben Hofer) vagy a Sparban ugyanannyiba kerül, mint Magyarországon, sőt előfordul, hogy még olcsóbb is (Magyarországon váltóárfolyam-maximált árakkal szoktak dolgozni).
Diák- vagy rendes munka legálisan lehetséges (mivel mind eu-s polgárok vagyunk) - már egyszerű szórólapozás is 7-10 eurót hoz/óra stb.
Ha hajlandó vagy egy kicsit dolgozni az egyetemi tanulmányok mellett, egyszerűen és könnyen finanszírozható annak a szaknak az elvégzése, amit te akarsz elvégezni, és nem oda kell járnod, ahová csak úgy bekerültél, ráadásul az osztrák diploma általában jobban mutat, mint a magyar, még Magyarországon is.
Az egyetlen bökkenő a nyelvtudás. Folyékonyan kell tudni németül. Ilyen egyszerű.
**********
A gráci egyetem idén először nyári puhatolozó-napokat rendez, amiknek a keretében bele lehet kóstolni különböző szakokba. Internetes jelentkezés szükséges. (http://derstandard.at/1342947486281/Uni-Graz-bietet-Maturanten-drei-Tage-Schnupper-Uni-an)
Mittwoch, 27. Juni 2012
Gewinner und Verlierer des ungarischen Budgets 2013
Die Gewinner des ungarischen
Budgets 2013 (in Mrd. HUF)
2010
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2013
|
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Parlamentswache
(sie darf in Zukunft nicht spurende Abgeordnete aus dem Saal entfernen)
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0
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2,1
|
Antiterroreinheit
(Orbáns Privatarmee)
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10,5
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13,5
|
Nationale
Konsultationen (persönlich adressierte Fragebögen mit Strichcode, die
zurückgeschickt werden sollen)
|
0,7
|
1,6
|
Nationale
Sportzentren
|
3,7
|
7,4
|
Staatspräsidentenamt
|
1,2
|
1,9
|
Die Verlierer des
ungarischen Budgets 2013 (in Mrd. HUF)
Arzneimittelförderung
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277
|
198
|
Gemeindeförderung
|
1042
|
647
|
Kindergeld
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355
|
354
|
Krankengeld
|
61
|
53
|
Invalidenversorgung
|
342
|
339
|
Dienstag, 26. Juni 2012
Ungarns aktuelle Lage in einem (langen) Satz
Das Land wird von Menschen regiert, die meinen, drei Millionen im Land wollten nicht arbeiten, die Jugendlichen seien im Zwielicht von Beiseln in Abbruchhäusern vor sich hin starrende, arbeitslose Universitätsabsolventen, das Land wird von Menschen regiert, die denken, 12-jährige Kinder seien Verbrecher, Nyirő sei ein Humanist gewesen, Horthy ein konsolidierter Staatsmann, Ungarn sei ein wirtschaftliches und geistiges Segelboot, das sein Segel in die östlichen Winde stellen muss, die Diplomatie sei ein Pfauentanz, die EU und der Rest der Welt würden Ungarn beneiden.
Das sind alles Zitate aus Wortmeldungen ungarischer Regierungspolitiker in den letzten Monaten.
Der Minister allein entscheidet über Leben und Tod
Im Folgenden eine kleine Zusammenstellung darüber, wie das neue Gesetz für "Nationale Erziehung" das ungarische Schulwesen verändern wird. Jedweder Kommentar ist, denk ich, überflüssig.
Gültiges Unterrichtsgesetz
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Nationales Erziehungsgesetz vom Dezember 2011
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Nationales Erziehungsgesetz vom Juni 2012
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Schulerhalter (fachliche Führung)
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Städte und Gemeinden
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Staat; die Schule kann von den Gemeinden aber übernommen
werden
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Staatliche Schulzentralstelle
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Geldmittel
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Kopfgeld, Gemeinde
|
Staat
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Staat, Gemeinde
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Budget
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Von der Gemeinde zur Verfügung gestelltes, autonomes
Budget
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autonomes Budget
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Löhne aus zentralem Topf, Gebäudeerhaltung durch Gemeinde;
kein autonomes Budget
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Leitung nicht staatlicher Schulen
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wird vom Schulerhalter ernannt
|
wird vom Schulerhalter ernannt
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wird vom Schulerhalter nach Zustimmung des Ministers
ernannt
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Gründung nicht staatlicher Schulen
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frei bei Einhaltung festgelegter Voraussetzungen
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nur dem ministerialen Plan entsprechend (Genehmigung des Ministers)
|
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Schüler- und Elternvertretung
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muss gewählt werden, bestimmt die eigenen Regeln
|
muss gewählt werden, bestimmt die eigenen Regeln
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zentrale Regelung, Ministerialerlässe
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Ordnung des Schulbuchmarktes
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nach erfolgreicher fachlicher Beurteilung kann jedes Buch
als Lehrbuch verwendet werden
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nur Bücher, die dem Rahmenlehrplan entsprechen
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der Minister genehmigt pro Fach ein Lehrbuch
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Auswahl der Schulbücher
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frei, Meinung der Eltern wird berücksichtigt
|
Buch, die dem Rahmenlehrplan entsprechen
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das vom Minister approbierte Lehrbuch ist zu verwenden
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Quelle: http://tenytar.blog.hu/2012/06/26/kozoktatasi_torveny_javitgatasa_atgondolatlan_allamositas_es_totalis_centralizacio#more4608726
Ab Herbst wird auch die schon lange angekündigte tägliche verpflichtende Stunde Leibeserziehung eingeführt, in der ersten Klasse jeder Schulstufe im aufsteigenden Prinzip.
"Unser Ziel ist es, frischere, gesündere Schüler zu erhalten, die besser lernen und später auch besser arbeiten", betonte die Unterrichtsstaatssekretärin Rózsa Hoffman. (Unterrichtsstaatssekretärin ist unter Fidesz der Codename für die Unterrichtsministerin. Auch sei hier nur als Anstoß zum Nachdenken angemerkt, dass man im ungarischen Pflichtschulwesen insgesamt ein Drittel weniger Stunden absolviert als z.B. im österreichischen.)
Quelle: http://www.kormany.hu/hu/emberi-eroforrasok-miniszteriuma/oktatasert-felelos-allamtitkarsag/hirek/oktatasi-donteseket-hozott-a-kormany
Ab Herbst wird auch die schon lange angekündigte tägliche verpflichtende Stunde Leibeserziehung eingeführt, in der ersten Klasse jeder Schulstufe im aufsteigenden Prinzip.
"Unser Ziel ist es, frischere, gesündere Schüler zu erhalten, die besser lernen und später auch besser arbeiten", betonte die Unterrichtsstaatssekretärin Rózsa Hoffman. (Unterrichtsstaatssekretärin ist unter Fidesz der Codename für die Unterrichtsministerin. Auch sei hier nur als Anstoß zum Nachdenken angemerkt, dass man im ungarischen Pflichtschulwesen insgesamt ein Drittel weniger Stunden absolviert als z.B. im österreichischen.)
Quelle: http://www.kormany.hu/hu/emberi-eroforrasok-miniszteriuma/oktatasert-felelos-allamtitkarsag/hirek/oktatasi-donteseket-hozott-a-kormany
Samstag, 12. Mai 2012
10 Gründe, warum gleichgeschlechtliche Ehen niemals erlaubt werden dürfen
1. Homosexuell zu sein, ist widernatürlich. Echte Österreicher lehnen widernatürliche Sachen wie Brillen, Kunststoffe, öffentliche Wasserversorgung, Zentralheizungen usw. ab.
2. Gleichgeschlechtliche Ehen werden Menschen dazu ermutigen, homosexuell zu werden, weil man ja auch wächst, wenn man Zeit mit größeren Leuten verbringt.
3. Gleichgeschlechtliche Ehen öffnen allen möglichen verrückten Verhaltensweisen Tür und Tor: Zum Schluß wollen die Menschen dann Haustiere heiraten, weil ein Hund einen Rechtsstatus besitzt und einen Ehevertrag unterschreiben kann.
4. Die gemischtgeschlechtliche Ehe gibt es schon seit ewig und sie hat sich nie verändert; Frauen befinden sich im Besitz ihrer Männer, Schwarze und Weiße dürfen immer noch nicht heiraten und Scheidung ist immer noch verboten.
5. Gemischtgeschlechtliche Ehen verlieren an Bedeutung, wenn homosexuelle Ehen erlaubt werden; die Heiligkeit der 55-stündigen Spaßehe von Britney Spears wäre damit zerstört.
6. Gemischtgeschlechtliche Ehen sind in Ordnung, weil daraus Kinder entspringen. Homosexuellen Paaren, unfruchtbare Paaren und alten Menschen muss es verboten werden, zu heiraten, weil die Kinderheime noch nicht voll genug sind und die Welt mehr Kinder braucht.
7. Ganz offensichtlich werden homosexuelle Eltern homosexuelle Kinder erziehen, da heterosexuelle Paare nur heterosexuelle Kinder erziehen.
8. Die gleichgeschlechtliche Ehe wird von der Religion nicht gutgeheißen. In dem Gottesstaat, in dem wir leben, werden die Werte einer Religion dem ganzen Land aufgezwungen. Deshalb gibt es in Österreich nur eine Religion.
9. Kinder werden ohne männliches und weibliches Vorbild im Haushalt niemals im Leben erfolgreich sein. Darum verbieten wir als Gesellschaft es Alleinstehenden ausdrücklich, ihre Kinder großzuziehen.
10. Die gleichgeschlechtliche Ehe wird die Fundamente der Gesellschaft verändern; wir haben uns bisher noch nie an neue gesellschaftliche Normen angepaßt. Wir haben uns auch nicht an Autos angepaßt, an den Dienstleistungsbereich oder die höhere Lebenserwartung.
Ausgangsmaterial: http://www.facebook.com/photo.php?fbid=672987850027&set=p.672987850027&type=1&theater
2. Gleichgeschlechtliche Ehen werden Menschen dazu ermutigen, homosexuell zu werden, weil man ja auch wächst, wenn man Zeit mit größeren Leuten verbringt.
3. Gleichgeschlechtliche Ehen öffnen allen möglichen verrückten Verhaltensweisen Tür und Tor: Zum Schluß wollen die Menschen dann Haustiere heiraten, weil ein Hund einen Rechtsstatus besitzt und einen Ehevertrag unterschreiben kann.
4. Die gemischtgeschlechtliche Ehe gibt es schon seit ewig und sie hat sich nie verändert; Frauen befinden sich im Besitz ihrer Männer, Schwarze und Weiße dürfen immer noch nicht heiraten und Scheidung ist immer noch verboten.
5. Gemischtgeschlechtliche Ehen verlieren an Bedeutung, wenn homosexuelle Ehen erlaubt werden; die Heiligkeit der 55-stündigen Spaßehe von Britney Spears wäre damit zerstört.
6. Gemischtgeschlechtliche Ehen sind in Ordnung, weil daraus Kinder entspringen. Homosexuellen Paaren, unfruchtbare Paaren und alten Menschen muss es verboten werden, zu heiraten, weil die Kinderheime noch nicht voll genug sind und die Welt mehr Kinder braucht.
7. Ganz offensichtlich werden homosexuelle Eltern homosexuelle Kinder erziehen, da heterosexuelle Paare nur heterosexuelle Kinder erziehen.
8. Die gleichgeschlechtliche Ehe wird von der Religion nicht gutgeheißen. In dem Gottesstaat, in dem wir leben, werden die Werte einer Religion dem ganzen Land aufgezwungen. Deshalb gibt es in Österreich nur eine Religion.
9. Kinder werden ohne männliches und weibliches Vorbild im Haushalt niemals im Leben erfolgreich sein. Darum verbieten wir als Gesellschaft es Alleinstehenden ausdrücklich, ihre Kinder großzuziehen.
10. Die gleichgeschlechtliche Ehe wird die Fundamente der Gesellschaft verändern; wir haben uns bisher noch nie an neue gesellschaftliche Normen angepaßt. Wir haben uns auch nicht an Autos angepaßt, an den Dienstleistungsbereich oder die höhere Lebenserwartung.
Ausgangsmaterial: http://www.facebook.com/photo.php?fbid=672987850027&set=p.672987850027&type=1&theater
Samstag, 4. Februar 2012
Von 155 Euro kann man wunderbar leben

Imre Holler: "Heut' hab ich meinen 'Lohn' bekommen: 28.000 HUF (in Worten: achtundzwanzigtausend Forint [~93 Euro]. Das ist der Gegenwert für einen Monat "von der Gemeinde Homokmégy gewährleistete Winterarbeit im Rahmen des staatlichen Arbeitsprogramms", 6 Stunden am Tag. Grundlohn: 42.750 HUF. Einkommenssteuervorabzug: 6.840 HUF. Arbeitsmarktabgabe: 641 HUF. Pensionsbeitrag: 4.275 HUF. Krankenversicherungsbeitrag: 1,710 HUF. Sozialversicherungsbeitrag: 1.283 Ft. Abzüge insgesamt: 14.749 HUF. Auszuzahlender Betrag: 28.001 HUF. Soziale Beitragssteuer: 11.543 HUF. Regelmäßige Steuerbemessungsgrundlage und Zuschläge: 42.750. Regelmäßige Lohnsteuergrundlage 42.750 HUF."
Das ist der Lohn für eine 30-Stunden-Woche, im Rahmen des staatlichen Beschäftigungsprogramms, an dem Sozialhilfeempfänger teilnehmen müssen, sonst kriegen sie überhaupt nix mehr.
Wirtschaftsminister Matolcsy sagte letzte Woche, von 47.000 HUF [~155 Euro] könne man wunderbar leben.
http://www.facebook.com/photo.php?fbid=248689875206908&set=a.140250096050887.36539.100001976912251&type=1
Mittwoch, 1. Februar 2012
LMP und der vogel
schiffer, der parteivorsitzende, ist zurückgetreten, weil er ganz offen mit jobbik geliebäugelt hat, und dafür viel parteiinterne kritik einstecken mußte, die ihm wahrscheinlich zu blöd geworden ist (hier sei erwähnt, dass schiffer der juristische vertreter von scientology ungarn gewesen ist, das war ihm nicht zu blöd). nicht mit der restlichen opposition zu kooperieren ist extrem kurzsichtig und ein verhalten, wie es gerade in solchen situationen nicht sein sollte. LMP wird nicht einmal an den oppostionsgesprächen (!) teilnehmen. der neue vorsitzende jávor (der noch vor ablegung seines parlamentarischen amtseids zum rechtsradikalen fernsehsender echo tv rannte, um ein interview zu geben) hat gemeint, die partei würde bis zur nächsten wahl 4 mio. wähler hinter sich bringen. und das war ernst gemeint. jetzt hats auch denen noch den vogel herausgehaut. schiffer hatte zuvor vatikanische schwülstigekeiten verbreitet, daß er mit dem teufel, den sozialisten nie kooperieren würde.
die LMP konnte sich also zwischen etwas für das land tun und dem ausbau der eigenen selbstsüchtigen karriere entscheiden und hat sich nun, wie es scheint, für die selbstsucht entschieden.
die LMP konnte sich also zwischen etwas für das land tun und dem ausbau der eigenen selbstsüchtigen karriere entscheiden und hat sich nun, wie es scheint, für die selbstsucht entschieden.
Montag, 30. Januar 2012
So gestaltet sich das mit der 17% Flattax

Laut dem ungarischen Wirschaftsminister Matolcsy hat die 17% Einheitslohnsteuer schon Auswirkungen auf den Bevölkerungszuwachs. Die Ungarn werden immer mehr! Gleichereiner meint ja auch, von 47.000 HUF (ca. 150 Euro) im Monat könnte man wunderbar leben. Wie sich die Einkommen durch die Einheitssteuer verändert haben, ist in dieser Tabelle ersichtlich.
Dienstag, 6. Dezember 2011
Club 2 - Dutschke, Cohn-Bendit, Nenning 1978
Die Studentenführer Rudi Dutschke und Daniel Cohn Bendit diskutieren in der österreichischen open end Fernsehsendung "Club 2" mit dem Journalisten Mattias Walden sowie dem Politikprofessor Kurt Sontheimer. Hintergrund ist das zehnjährige Jubiläum der Ereignisse von 1968. Moderiert wird die Sendung von Günter Nenning.
Freitag, 4. Februar 2011
Keine Schneekette auf der Scheibtruhe
Episoden aus dem Gettotagebuch
Mit andauernden Geldstrafen werden die Zigeuner* in der Hétes-Siedlung in Ózd/Nordungarn in Schach gehalten. Gibt es keinen Grund für eine Geldbuße, wird einer erfunden.
Ónody-Molnár Dóra| Népszabadság| 2009. december 18.
In der Hétes-Siedlung in Ózd leben 60-70 Familien, die meisten von ihnen in aussichtsloser Armut. Die Industriebetriebe in Nordungarn waren nach der Wende sofort in sich zusammengefallen, nach dem Schließen der Fabriken blieben in dieser Region tausende Familien ohne geregeltes Einkommen, sie waren gezwungen mit Sozialhilfe und Kindergeld ihr Dasein zu fristen. Manchmal gibt es Arbeit von der Gemeinde, sechs Stunden am Tag, doch nur für einige Wochen. Die Menschen aus der Hétes warten gespannt auf solche Arbeitsmöglichkeiten, denn der Lohn ist immer noch mehr als die Sozialhilfe: Wenn auch nur für ein paar Tage, so lindert der Lohn die Armut ein wenig.

Die Menschen hier sind nicht nur im Elend verbunden. Fast jede Familie hat schon Geldbußen wegen verschiedener Vergehen bezahlt. Die Strafen bewegen sich im Zehntausend-Forint-Bereich. Sobald die Zigeuner ihre Siedlung verlassen, erscheint fast immer wie aus dem Nichts ein Polizist. Und er amtshandelt. Zwanzig, dreißig, manchmal fünfzigtausend Forint (ca. 180 €) Strafe verhängt er. Die kann natürlich niemand bezahlen. Da bleibt dann die gemeinnützige Arbeit, dafür braucht es aber einen Kooperationspartner, z.B. die Gemeinde.
An Orten, an denen solche Geldbußen wegen „Vergehen“ verhängt werden, gibt es keine Kooperation und schon gar keine friedliche. Deshalb verzinsen sich die Strafen, was das Elend noch weiter vermehrt. Oder man muss einsitzen: Hier kann man Geldbußen durch Gefängnistage abstottern. Ein Tag ist tausend Forint (3,5 €) wert, eine durchschnittliche Verwaltungsstrafe (30 000 HUF = 110 €) kann also mit einem Monat im „Häfen“ abgegolten werden. Das Strafgesetzbuch verfügt, dass jene Personen mit Freiheitsentzug bestraft werden, die gesellschaftsgefährdende Handlungen tätigen. Ein Tag Gefängnis kostet dem Steuerzahler rund 8.000 Forint. Gemeinsam mit dem Juristen der TASZ (Gesellschaft für Freiheitsrechte) haben wir einige der „Taten“ gesammelt, für die in der Hétes regelmäßig gestraft wird.
B. E. ist dreißig Jahre alt, sie ist Alleinerzieherin von drei minderjährigen Kindern. Das größere schwänzt regelmäßig die Schule. Jene Eltern, deren Kinder mehr als die gesetzlich geregelte Anzahl von Stunden unentschuldigt dem Unterricht fernbleiben „erfüllen ihre im Unterrichtsgesetz festgelegten Pflichten nicht und sind daher mit einer Geldstrafe zu belangen“.
Im Falle B. E. kommt als erschwerender Umstand hinzu, dass sie wegen unentschuldigten Stunden schon bestraft worden ist. „Angaben, die als mildernde Umstände verstanden werden können, stehen der Behörde nicht zur Verfügung, nachdem das ordnungsgemäß zugestellte Erhebungsblatt über die Familien- und finanziellen Verhältnisse nicht retourniert worden war", steht im Bescheid, der ohne Rechtsmittel sofort rechtskräftig ist.
In der Hétes-Siedlung sind die Einkommensverhältnisse der Bewohner auch ohne Erhebungsblatt schnell zu erkennen. B. E. wurde – wegen unentschuldigten Fehlens ihres Sohnes – zu 22.000 HUF (ca. 80 €) Geldstrafe verurteilt. Die Frau hatte keine Ahnung, welche Papiere sie hätte ausfüllen sollen, um die Strafe verringern zu können. Von der Möglichkeit eines Einspruchs wusste sie nichts. Und es gab auch niemanden, der sie über ihre Rechte informierte: Dass jemand, der drei minderjährige Kinder alleine erzieht, die Verwaltungsstrafe nicht absitzen kann. Deshalb traten die Polizisten in einer lauen Sommernacht B. E. die Türe ein und brachten sie ins Gefängnis. Sie saß zwei Tage lang statt 22, weil der Wucherer aus dem Dorf den Rest der Strafe bezahlte.
„Warum geht denn der Bub nicht in die Schule?“, fragen wir die Frau.
„Er arbeitet als Tagelöhner, ich red mir umsonst die Lippen wund.“
Sie geht und kommt mit Papieren zurück. Es stellt sich heraus, dass ihr 16-jähriger Sohn in die dritte Klasse Grundschule geht.
„Hier in die Fehér geht er“, dabei deutet sie in Richtung Hügel. „Fehér“ nennen sie in der Hétes-Siedlung die Zigeunerschule. Alle Kinder von hier gehen dorthin.
B. Gy. ist ein Mann mittleren Alters. Er ging in Ózd, die Gyár-Straße Richtung Hétes entlang und zog ein kleines Wägelchen nach. Offiziell hatte er „einen Handwagen zur Beförderung von Alteisen in Anspruch genommen“, als er einer „polizeilichen Maßnahme unterzogen“ wurde. „Im Rahmen der Amtshandlung wurde festgestellt, dass an der rechten Vorderseite des Handwagens kein Schild mit dem Namen und der Adresse des Fahrzeughalters angebracht war.“ B. Gy. wurde unter Berufung auf die StVO wegen nicht entsprechender Ausrüstung des Fahrzeugs mit einer Strafe von 5000 HUF belegt. B. Gy. findet keine Arbeit, von der Sozialhilfe kann die Familie nicht leben, deshalb ist er täglich mit seinem Wägelchen unterwegs und sammelt in der Umgebung der Stadt Müll ein.
Ein anderer Mann erzählt: „Wir haben das Eisen die Straße entlang gezogen. Schlackeneisen. Auf meinem Handwagen war kein Katzenauge. Schon waren sie da und haben mich gestraft.“
Ein weiterer: „Es war der erste Wintertag. In der Früh hatte es ein wenig geschneit, nicht sehr viel, das Gras war ein wenig angezuckert, auf der Straße war nichts zu sehen. Ich habe in meiner Scheibtruhe Alteisen gefahren. Ein Polizist hielt mich an. Er fragte, warum ich keine Schneekette hätte? Dann hat er mich bestraft: 20.000 Forint.“
Ähnliches ereignete sich mit K. I., der mit einem klapprigen Fahrrad in den nahen Kramladen um Eier fuhr. Er verließ die Siedlung. Bei einer Entrümpelung hatte K. I. ein Klapprad gefunden, an dem er so lange herumdokterte, bis man damit wieder fahren konnte. Vergebens. Das Fahrrad war nämlich laut ungarischer StVO § 5. (1) b) nicht fahrtüchtig, weil kein roter Rückstrahler daran angebracht war. Man bestrafte K. I.: dreißigtausend Forint. Auch seinen Bruder. An seinem Fahrrad waren die Reifen „zu abgefahren“.
30.000 für Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit. R. Zs. trank vor dem Kramladen in der Nähe der Siedlung ein Bier, dabei wurde er vom Polizisten "ertappt".
Fast jede Zigeunersiedlung ist räumlich durch irgendwas von den Siedlungen der Mehrheitsbevölkerung getrennt. Durch Eisenbahntrassen, kleine Wälder, Fabriken, Lagergebäude. Die Hétes-Siedlung durch einen Graben und ein Brücke, die ihn überspannt.
„Wegen Verstoßes gegen das Verbot des Konsums alkoholischer Getränke“ hatte R. Zs. sich eines Vergehens schuldig gemacht. „Laut Anzeige überraschte die Polizeipatrouille genannte Person am 18. 5. 2009, um 14.35, auf dem Rombauer Platz in Ózd beim Konsum von Bier, das die Person aus eine Flasche mit der Aufschrift ‚Borsodi' zu sich nahm.“ Als erschwerende Umstände wurde "die Schwere und der Charakter der begangenen Tat“ angeführt, weiters, dass dieserlei nicht das erste Mal vorgekommen sei. Angaben, die als mildernde Umstände in Betracht hätten gezogen werden können, waren keine bekannt, die verfahrende Behörde verfügte über keinerlei Informationen bezüglich der persönlichen oder materiellen Verhältnisse des Täters.
„Dieser Kramladen ist der klasseste Ort für Verwaltungsstrafen. Die haben eine Kamera hier eingebaut. Wenn jemand Alkohol kauft, sind die Polizisten auch schon hier", klärt mich ein junger Mann auf.
So lebt sich’s im Getto.
Quelle: http://nol.hu/belfold/20091218-_nem_volt_a_talicskamon_holanc_-2
Das alles scheint, als würde es aus einem schlechten Film stammen. Es ist aber Realität. In einigen Tagen bin ich mit der Untertitelung eines Films fertig, der diese Fälle aufarbeitet, und in dem von noch viel interessanteren Sachen berichtet wird. Ungarn, ein Land, in dem die Zigeuner Bürger 3. Klasse sind, in dem (sogar in Budapest, wo dies schwieriger zu verwirklichen ist als auf dem Land) praktisch Apartheid herrscht, will Europa seine „Zigeunerstrategie“ aufschwatzen. Was diese Strategie sein soll, hat noch keiner gesagt. Wahrscheinlich alle Zigeuner ins Gas zu schicken (wenn man mit den Juden fertig ist). Wenn das alles nicht so traurig wäre, müsste ich laut lachen.
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*Roma vs. Zigeuner
Im deutschsprachigen Raum wird man von Political-Correctness-Eiferern meist sofort angefallen, wenn man das Wort „Zigeuner“ verwendet, was auch diesmal wieder geschehen ist. Ich bin ein wenig verwundert, daß man sich nicht über den skandalösen Umgang von Behörden mit Menschen empört, sondern über ein Wort. Eine Diskussion beginnt, die scheinbare Blindheit für gute Absichten beweist, man entrüstet sich über eine Oberflächlichkeit, nicht über das Problem selbst, und greift jenen an, der skandalöse Zustände vermitteln will.
Diese politische Korrektheit wird im Allgemeinen von Leuten eingefordert, die von Zigeunern keine Ahnung und noch nie mit ihnen Umgang gehabt haben. Wird durch die Verdammung des „Zigeuners“ der Zigeunerholocaust ungeschehen gemacht? Die Bedeutung eines Wortes hängt immer davon ab, wie wir das Wort definieren und wie wir es verwenden (nicht wie es irgendwann einmal definiert und verwendet wurde). Zigeuner als „Roma“ zu bezeichnen ist einerseits inkorrekt, andererseits will man dadurch etwas verschleiern, durch die Verwendung anderer Terminologie bricht ganz einfach die Kontinuität zwischen Zigeunerverfolgung und Jetztzeit.
In Ungarn ist „Zigeuner" der allgemein gebräuchliche, teilweise offizielle Ausdruck (vgl. Zigeunerminderheitenselbstverwaltung – cigány kissebbségi önkormányzat) und wird auch von den Zigeunern selbst verwendet, weil er keine der verschiedenen ethnischen Gruppen innerhalb der „Indoeuropäer“ (Roma, Sinti, Chalderasch, Lowari, Beasch usw.) bevorzugt bzw. ausschließt. Man findet keinen Zigeuner, der sich von sich aus „Rom“ nennen würde (roma ist der männlich Plural von rom [Mann]; romnji = Frau, pl. romnjia), wenn er nicht Rom ist – also der „Roma-Linie“ (den Romanes-Sprechenden bzw. deren Nachkommen) der Zigeuner angehört. Warum müssen wir dann alle Roma nennen?
Mit andauernden Geldstrafen werden die Zigeuner* in der Hétes-Siedlung in Ózd/Nordungarn in Schach gehalten. Gibt es keinen Grund für eine Geldbuße, wird einer erfunden.
Ónody-Molnár Dóra| Népszabadság| 2009. december 18.
In der Hétes-Siedlung in Ózd leben 60-70 Familien, die meisten von ihnen in aussichtsloser Armut. Die Industriebetriebe in Nordungarn waren nach der Wende sofort in sich zusammengefallen, nach dem Schließen der Fabriken blieben in dieser Region tausende Familien ohne geregeltes Einkommen, sie waren gezwungen mit Sozialhilfe und Kindergeld ihr Dasein zu fristen. Manchmal gibt es Arbeit von der Gemeinde, sechs Stunden am Tag, doch nur für einige Wochen. Die Menschen aus der Hétes warten gespannt auf solche Arbeitsmöglichkeiten, denn der Lohn ist immer noch mehr als die Sozialhilfe: Wenn auch nur für ein paar Tage, so lindert der Lohn die Armut ein wenig.
Die Menschen hier sind nicht nur im Elend verbunden. Fast jede Familie hat schon Geldbußen wegen verschiedener Vergehen bezahlt. Die Strafen bewegen sich im Zehntausend-Forint-Bereich. Sobald die Zigeuner ihre Siedlung verlassen, erscheint fast immer wie aus dem Nichts ein Polizist. Und er amtshandelt. Zwanzig, dreißig, manchmal fünfzigtausend Forint (ca. 180 €) Strafe verhängt er. Die kann natürlich niemand bezahlen. Da bleibt dann die gemeinnützige Arbeit, dafür braucht es aber einen Kooperationspartner, z.B. die Gemeinde.
An Orten, an denen solche Geldbußen wegen „Vergehen“ verhängt werden, gibt es keine Kooperation und schon gar keine friedliche. Deshalb verzinsen sich die Strafen, was das Elend noch weiter vermehrt. Oder man muss einsitzen: Hier kann man Geldbußen durch Gefängnistage abstottern. Ein Tag ist tausend Forint (3,5 €) wert, eine durchschnittliche Verwaltungsstrafe (30 000 HUF = 110 €) kann also mit einem Monat im „Häfen“ abgegolten werden. Das Strafgesetzbuch verfügt, dass jene Personen mit Freiheitsentzug bestraft werden, die gesellschaftsgefährdende Handlungen tätigen. Ein Tag Gefängnis kostet dem Steuerzahler rund 8.000 Forint. Gemeinsam mit dem Juristen der TASZ (Gesellschaft für Freiheitsrechte) haben wir einige der „Taten“ gesammelt, für die in der Hétes regelmäßig gestraft wird.
B. E. ist dreißig Jahre alt, sie ist Alleinerzieherin von drei minderjährigen Kindern. Das größere schwänzt regelmäßig die Schule. Jene Eltern, deren Kinder mehr als die gesetzlich geregelte Anzahl von Stunden unentschuldigt dem Unterricht fernbleiben „erfüllen ihre im Unterrichtsgesetz festgelegten Pflichten nicht und sind daher mit einer Geldstrafe zu belangen“.
Im Falle B. E. kommt als erschwerender Umstand hinzu, dass sie wegen unentschuldigten Stunden schon bestraft worden ist. „Angaben, die als mildernde Umstände verstanden werden können, stehen der Behörde nicht zur Verfügung, nachdem das ordnungsgemäß zugestellte Erhebungsblatt über die Familien- und finanziellen Verhältnisse nicht retourniert worden war", steht im Bescheid, der ohne Rechtsmittel sofort rechtskräftig ist.
In der Hétes-Siedlung sind die Einkommensverhältnisse der Bewohner auch ohne Erhebungsblatt schnell zu erkennen. B. E. wurde – wegen unentschuldigten Fehlens ihres Sohnes – zu 22.000 HUF (ca. 80 €) Geldstrafe verurteilt. Die Frau hatte keine Ahnung, welche Papiere sie hätte ausfüllen sollen, um die Strafe verringern zu können. Von der Möglichkeit eines Einspruchs wusste sie nichts. Und es gab auch niemanden, der sie über ihre Rechte informierte: Dass jemand, der drei minderjährige Kinder alleine erzieht, die Verwaltungsstrafe nicht absitzen kann. Deshalb traten die Polizisten in einer lauen Sommernacht B. E. die Türe ein und brachten sie ins Gefängnis. Sie saß zwei Tage lang statt 22, weil der Wucherer aus dem Dorf den Rest der Strafe bezahlte.
„Warum geht denn der Bub nicht in die Schule?“, fragen wir die Frau.
„Er arbeitet als Tagelöhner, ich red mir umsonst die Lippen wund.“
Sie geht und kommt mit Papieren zurück. Es stellt sich heraus, dass ihr 16-jähriger Sohn in die dritte Klasse Grundschule geht.
„Hier in die Fehér geht er“, dabei deutet sie in Richtung Hügel. „Fehér“ nennen sie in der Hétes-Siedlung die Zigeunerschule. Alle Kinder von hier gehen dorthin.
B. Gy. ist ein Mann mittleren Alters. Er ging in Ózd, die Gyár-Straße Richtung Hétes entlang und zog ein kleines Wägelchen nach. Offiziell hatte er „einen Handwagen zur Beförderung von Alteisen in Anspruch genommen“, als er einer „polizeilichen Maßnahme unterzogen“ wurde. „Im Rahmen der Amtshandlung wurde festgestellt, dass an der rechten Vorderseite des Handwagens kein Schild mit dem Namen und der Adresse des Fahrzeughalters angebracht war.“ B. Gy. wurde unter Berufung auf die StVO wegen nicht entsprechender Ausrüstung des Fahrzeugs mit einer Strafe von 5000 HUF belegt. B. Gy. findet keine Arbeit, von der Sozialhilfe kann die Familie nicht leben, deshalb ist er täglich mit seinem Wägelchen unterwegs und sammelt in der Umgebung der Stadt Müll ein.
Ein anderer Mann erzählt: „Wir haben das Eisen die Straße entlang gezogen. Schlackeneisen. Auf meinem Handwagen war kein Katzenauge. Schon waren sie da und haben mich gestraft.“
Ein weiterer: „Es war der erste Wintertag. In der Früh hatte es ein wenig geschneit, nicht sehr viel, das Gras war ein wenig angezuckert, auf der Straße war nichts zu sehen. Ich habe in meiner Scheibtruhe Alteisen gefahren. Ein Polizist hielt mich an. Er fragte, warum ich keine Schneekette hätte? Dann hat er mich bestraft: 20.000 Forint.“
Ähnliches ereignete sich mit K. I., der mit einem klapprigen Fahrrad in den nahen Kramladen um Eier fuhr. Er verließ die Siedlung. Bei einer Entrümpelung hatte K. I. ein Klapprad gefunden, an dem er so lange herumdokterte, bis man damit wieder fahren konnte. Vergebens. Das Fahrrad war nämlich laut ungarischer StVO § 5. (1) b) nicht fahrtüchtig, weil kein roter Rückstrahler daran angebracht war. Man bestrafte K. I.: dreißigtausend Forint. Auch seinen Bruder. An seinem Fahrrad waren die Reifen „zu abgefahren“.
30.000 für Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit. R. Zs. trank vor dem Kramladen in der Nähe der Siedlung ein Bier, dabei wurde er vom Polizisten "ertappt".
Fast jede Zigeunersiedlung ist räumlich durch irgendwas von den Siedlungen der Mehrheitsbevölkerung getrennt. Durch Eisenbahntrassen, kleine Wälder, Fabriken, Lagergebäude. Die Hétes-Siedlung durch einen Graben und ein Brücke, die ihn überspannt.
„Wegen Verstoßes gegen das Verbot des Konsums alkoholischer Getränke“ hatte R. Zs. sich eines Vergehens schuldig gemacht. „Laut Anzeige überraschte die Polizeipatrouille genannte Person am 18. 5. 2009, um 14.35, auf dem Rombauer Platz in Ózd beim Konsum von Bier, das die Person aus eine Flasche mit der Aufschrift ‚Borsodi' zu sich nahm.“ Als erschwerende Umstände wurde "die Schwere und der Charakter der begangenen Tat“ angeführt, weiters, dass dieserlei nicht das erste Mal vorgekommen sei. Angaben, die als mildernde Umstände in Betracht hätten gezogen werden können, waren keine bekannt, die verfahrende Behörde verfügte über keinerlei Informationen bezüglich der persönlichen oder materiellen Verhältnisse des Täters.
„Dieser Kramladen ist der klasseste Ort für Verwaltungsstrafen. Die haben eine Kamera hier eingebaut. Wenn jemand Alkohol kauft, sind die Polizisten auch schon hier", klärt mich ein junger Mann auf.
So lebt sich’s im Getto.
Quelle: http://nol.hu/belfold/20091218-_nem_volt_a_talicskamon_holanc_-2
Das alles scheint, als würde es aus einem schlechten Film stammen. Es ist aber Realität. In einigen Tagen bin ich mit der Untertitelung eines Films fertig, der diese Fälle aufarbeitet, und in dem von noch viel interessanteren Sachen berichtet wird. Ungarn, ein Land, in dem die Zigeuner Bürger 3. Klasse sind, in dem (sogar in Budapest, wo dies schwieriger zu verwirklichen ist als auf dem Land) praktisch Apartheid herrscht, will Europa seine „Zigeunerstrategie“ aufschwatzen. Was diese Strategie sein soll, hat noch keiner gesagt. Wahrscheinlich alle Zigeuner ins Gas zu schicken (wenn man mit den Juden fertig ist). Wenn das alles nicht so traurig wäre, müsste ich laut lachen.
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*Roma vs. Zigeuner
Im deutschsprachigen Raum wird man von Political-Correctness-Eiferern meist sofort angefallen, wenn man das Wort „Zigeuner“ verwendet, was auch diesmal wieder geschehen ist. Ich bin ein wenig verwundert, daß man sich nicht über den skandalösen Umgang von Behörden mit Menschen empört, sondern über ein Wort. Eine Diskussion beginnt, die scheinbare Blindheit für gute Absichten beweist, man entrüstet sich über eine Oberflächlichkeit, nicht über das Problem selbst, und greift jenen an, der skandalöse Zustände vermitteln will.
Diese politische Korrektheit wird im Allgemeinen von Leuten eingefordert, die von Zigeunern keine Ahnung und noch nie mit ihnen Umgang gehabt haben. Wird durch die Verdammung des „Zigeuners“ der Zigeunerholocaust ungeschehen gemacht? Die Bedeutung eines Wortes hängt immer davon ab, wie wir das Wort definieren und wie wir es verwenden (nicht wie es irgendwann einmal definiert und verwendet wurde). Zigeuner als „Roma“ zu bezeichnen ist einerseits inkorrekt, andererseits will man dadurch etwas verschleiern, durch die Verwendung anderer Terminologie bricht ganz einfach die Kontinuität zwischen Zigeunerverfolgung und Jetztzeit.
In Ungarn ist „Zigeuner" der allgemein gebräuchliche, teilweise offizielle Ausdruck (vgl. Zigeunerminderheitenselbstverwaltung – cigány kissebbségi önkormányzat) und wird auch von den Zigeunern selbst verwendet, weil er keine der verschiedenen ethnischen Gruppen innerhalb der „Indoeuropäer“ (Roma, Sinti, Chalderasch, Lowari, Beasch usw.) bevorzugt bzw. ausschließt. Man findet keinen Zigeuner, der sich von sich aus „Rom“ nennen würde (roma ist der männlich Plural von rom [Mann]; romnji = Frau, pl. romnjia), wenn er nicht Rom ist – also der „Roma-Linie“ (den Romanes-Sprechenden bzw. deren Nachkommen) der Zigeuner angehört. Warum müssen wir dann alle Roma nennen?
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