Montag, 17. Januar 2011

Winken verboten für Zigeuner

Laut eines Gesetzesvorschlages des ungarischen Innenministeriums sollen jene, die durch Winken oder Zurufe versuchen, Kontakt mit Insaßen einer Gefängisanstalt aufzunehmen, mit einer Strafe von bis zu 100.000 HUF (~360 Euro; ungefähr ein ungarischer Durchschnittslohn) belegt werden können.

Im Wortlaut: "Jene Person, die sich nicht im Freiheitsentzug befindet und von einer öffentlichen Fläche mit Zurufen oder Handzeichen Kontakt mit dem Gefangenen aufnehmen will und damit die Ordnung der Freiheitsentzugsanstalt, die Ermittlungen in einem Verfahren oder die öffentliche Ruhe stört, oder dem Gefangenen einen verbotenen Gegenstand zu übergeben versucht oder auf eine andere Art die Sicherheit des Gefängnisinsaßen gefährdet, kann mit einer Geldstrafe von bis zu 100.000 HUF belegt werden.“

Das ganze wird damit begründet, dass sich ab und zu die Anrainer aufregen, weil die „betreffenden Personen mit ihrem vandalistischen Verhalten, dem ständigen Geschrei und dem Werfen von Gegenständen die Ruhe der Anwohner stören".
Jene, die Winken, sind meist Zigeunerfrauen. Das mag wohl mit ein Grund sein für diesen Gesetzesentwurf. So sieht die ungarische Romaintegrationspolitik also aus, für die man sich anläßlich des EU-Vorsitzes lobt.
Bösartige, menschenverachtende Republik Schilda, sag ich nur.
Wo bleibt die Menschenwürde, Herr Orbán?

Quellen:
MTI
http://index.hu/belfold/2011/01/17/megtiltanak_az_integetest_a_borton_ablakaba/
http://www.bm.gov.hu/web/portal.nsf/aktualis/CD2A023888851919C125781800540BCF

Kommentare:

Rigó Jancsi hat gesagt…

Wenn ich mir die Maglódi út in Budapest anschaue, dann sehe ich nicht, wo durch die Winkenden dort irgendjemand gestört werden könnte. Es mag natürlich andere Gefängnisse geben, wo es wirklich störend ist. Aber für mich sieht das wie überbürokratisierte Schikane aus.

avenarius hat gesagt…

ich denke, gerade die maglódi út ist ein problem. weil man in der begründung von verschmutzten vorgärten schreibt usw. die spinnen auf allen ebenen.

Rigó Jancsi hat gesagt…

Irgendwie habe ich die Maglódi út als eine zerlöcherte, trostlose Straße mit McDonald's und Konservenfabrik in Erinnerung, und natürlich mit einem überdimensionierten, heruntergekommenen Gefängniskomplex gleich neben dem Friedhof. Aber klar, ein sauberer Vorgarten macht die Gegend gleich viel wohnlicher... ;-)

avenarius hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
avenarius hat gesagt…

checken wir gleich mal mit google maps, welche strafvollzugsanstalten wohl gemeint sind.